Bennis Welt

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Grüne wollen Konfessionslose zwangsbesteuern

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Eine mutmaßlich radikal-katholische Splittergruppe innerhalb der Grünen sticht nun mit einem Vorschlag hervor, der vermutlich verfassungswidrig ist.

Die Mitglieder der Splittergruppe sind selbst Mitglied in verschiedenen katholischen Verbänden, wie z.B. das Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Der Vorschlag sieht vor, dass Personen die aus der Kirche austreten eine Kulturabgabe zahlen sollen und damit die Austritte aus der katholischen Kirche verhindert werden sollen:

Ist es sinnvoll zuzuschauen, dass viele Menschen wegen der Kirchensteuer aus unserer Kirche austreten? Wir meinen, es ist auch aus der Perspektive unserer Kirche richtig, einen Reformweg zu beschreiten, der sich am italienischen Vorbild einer ‚Kulturabgabe‘ orientiert, welche alle Menschen an eine gemeinnützige Institution ihrer Wahl entrichten.

Da diese in vielen Fällen, wie auch in meinem, eher an der Struktur der katholischen Kirche und dem Fehlverhalten ihrer Mitglieder erfolgte, ist der rein auf die Kirchensteuer bezogene Ansatz sehr fragwürdig und vermutlich auch verfassungsrechtlich nicht haltbar. Hier der Auszug für den Teil der Grünen, die das Grundgesetz nicht kennen sollten:

Art 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des
religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

Ich hoffe an dieser Stelle, dass diese Gruppe vom Rest der Grünen zur Vernunft gebracht wird und dieser Vorschlag schnell wieder verschwindet und an dessen Stelle eine Reform der Kirche und eine komplette Trennung von Kirche und Staat angestrebt wird.

Quelle:
heise.de

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Written by benniswelt

Mai 17, 2012 at 18:39

Liebe Tatort-Autoren

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Gerade habe ich euren Brief gelesen. Kommentieren geht ja nicht, wäre auch vermutlich eher peinlich für euch geworden. Bitte geht nochmal zurück in euer Büro und setzt den nochmal auf, so mit echtem Deutsch und ohne mimimi-Geheule.

Vielleicht solltet ihr auch vorher nochmal überlegen, ob Youtube nicht doch einen positiven Effekt auf Musik-, Film- und Konzertkartenverkäufe hat. Diverse andere Künstler scheinen das ja durchaus anders zu sehen und, oh Graus, stellen sogar selber Sachen auf Youtube. Teufelswerk!

Wenn ihr dann nochmal eure Drehbücher anschaut und eklatante Missachtungen von Dienstvorschriften auch kritisch behandelt und nicht so darstellt, als wäre es völlig ok Verdächtige zu verprügeln, ne Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl zu durchsuchen, dann, ja dann können wir vielleicht nochmal reden. Bis dahin wähle ich Piraten und schaue Videos auf Youtube, kaufe Indie-Musik und unterstütze echte Künstler via Crowdfunding. Kostenloskultur, my ass…

Zum Weiterlesen

Update 30.3.:
Der CCC hat auch was schönes

Update 2
Auch Andi Popp

Spießrutenlauf Jobcenter

with 3 comments

Nach meinem Studium war eigentlich klar, dass es mit einer Promotion weitergehen würde. So habe ich mich kurz nach den Diplomprüfungen auf verschiedene Stellen, die mich interessierten, beworben. Dass sich diese Suche bis zur Beginn der Arbeit nahezu ein ganzes Jahr hinziehen würde, war mir dabei noch nicht klar.

Dank meines Opas und meines Vaters hatte ich das große Glück eine Ausbildungsversicherung zu besitzen, die mir half diese Zeit und den Wegfall meiner beiden Hiwijobs zu überbrücken. Nach den Prüfungen war ich erst einmal beim Arbeitsamt, um mich arbeitssuchend zu melden. Die Mitarbeiter dort meinten, dass es nicht viel Sinn macht, diesen Status zu behalten, da sie weder Promotionsstellen vermitteln würden und man zudem nicht wisse, wie viel Geld von der Rente durch die paar Monate übrig bleiben würden. Gesagt getan, war ich ganze vier Tage arbeitssuchend bis das Arbeitsamt mit meiner Zustimmung die Zusammenarbeit beendete.

Dass ich nun noch 8 Monate bis zum ersten Bewerbungsgespräch warten musste, konnte ich ja nicht ahnen. Nach fünf Monaten und zahlreichen weiteren Bewerbungen auf viele Stellen, am Ende sogar auf reine Arbeitsverhältnisse ohne Möglichkeit zur Promotion, die erfolglos blieben (wer braucht schon Diplomphysiker) ging das Geld der Ausbildungsversicherung auch zu Ende. Da mich eh niemand für nen 400€ eingestellt hätte, mit der Aussicht dass ich nur ein zwei Monate dort arbeiten würde, machte ich mich auf den Weg zum Jobcenter.

Den Rest des Beitrags lesen »

Written by benniswelt

März 10, 2012 at 19:35

Diffamierung von Demoteilnehmern durch die DPA?

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Nachdem der Spiegel und der Focus genau dieselbe Formulierung in ihren ACTA-Artikeln haben und das Abschreiben von DPA-Meldungen wohl nun zu hochwertigen Journalismus gezählt werden darf, bin ich doch ein wenig entsetzt darüber, wie unkritisch der Spiegel und der Focus DPA-Meldungen übernehmen. Statt auf die vielen Kritikpunkte einzugehen die die ACTA-Kritiker zurecht anführen, fällt dieser Abschnitt hier besonders auf:

Viele Nutzer haben zudem die Sorge, dass sie nicht mehr so leicht Filme oder Musik aus dem Internet herunterladen können, dass ihre Daten dabei an Dritte weitergegeben werden oder dass sie saftige Strafen zahlen müssen.

Dass man damit absichtlich Demoteilnehmer kriminalisiert steht außer Frage. Dass ein paar Demoteilnehmer deswegen auf der Demo waren kann sein, aber dem Großteil geht es um was ganz anderes, tiefgreifenderes, was nun oft genug erklärt wurde, so dass es die DPA eigentlich verstanden haben könnte. Was die DPA als Content-Erzeuger und nicht als Verwerter, und somit Leidtragender des ACTA-Abkommens, bezwecken will, verstehe ich nicht ganz. Absicht oder Unkenntnis, ihr entscheidet.

Quelle:
http://alarmknopf.wordpress.com/2012/02/26/acta-soll-urheberrecht-international-durchsetzen/

Written by benniswelt

Februar 26, 2012 at 18:19

GEMA vs Creative Commons

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Wie sehr der GEMA das Wohl ihrer Künstler am Herzen liegt, für die sie doch so sehr um das geistige Eigentum äh den eigenen Profit kämpft, zeigt erneut die Debatte darüber, ob GEMA Mitglieder ihre Musik auch unter der freien Creative-Commons-Lizenz veröffentlichen dürfen. Antwort der GEMA: Nein!

Selbst wenn sie ihre Tracks oder Alben unter einer CC-Lizenz (kurz CCPL) freigeben wollen – und besonders unter den Newcomern wollen das einige -, können sie das nicht, denn die Nutzungsrechte verwaltet ausschließlich ihre VG. Nicht einmal auf der eigenen Homepage darf eine Band ihre Musik ohne Weiteres online stellen. Sie muss entweder für die Streams ihrer eigenen Songs an die Gema zahlen (und bekommt das Geld nach Abzug der Verwaltungskosten dann wieder ausgeschüttet) oder muss sich eine gesonderte Erlaubnis von der Gema gegeben lassen

Und noch ein Schmankerl aus dem Artikel

Warum das mit der GEMA nicht gehen sollte, dazu schweigt sich die Stellungnahme aus. Es darf angenommen werden, dass eine konstruktive Lösung auch einfach nicht gewollt ist.

Die GEMA soll mir noch einmal mit ihrem weinenden Hundeblick kommen und mir verklickern wollen, dass sie sich für die Belange der Künstler einsetze. Einen feuchten Kehricht tut sie. Und solange sich das nicht ändert, ändert sich meine Meinung zur GEMA auch nicht. Abzockerverein!

Quelle:
http://irights.info/?q=node/2144

Written by benniswelt

Januar 31, 2012 at 19:05

Einreise wegen Wortwahl in Twitter verweigert

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Wie krank unsere Welt heute ist, lässt sich schön an einem aktuellen Beispiel erkennen. Ein Brite hatte bei Twitter geschrieben:

3 weeks today, we’re totally in LA pissing people off on Hollywood Blvd and diggin‘ Marilyn Monroe up!

und

[…] free this week for a quick gossip/prep before I go and destroy America?

Nun wurde ihm und seiner Freundin die Einreise in die USA verweigert, beide stundenlang von Mitarbeitern des Department of Homeland Security verhört und anschließend wieder nach Hause geschickt. Beide werden nun als potentielle Terroristen geführt.

Land of the brave and free. My ass…

Aber es zeigt schön, dass Geheimdienste Twitter, Facebook und andere soziale Netzwerke überwachen und Äußerungen dort drastische Folgen haben können. Hier ist es deutlich an der Zeit, da politisch etwas zu ändern.

Quelle:
http://www.golem.de/1201/89442.html

Spaß mit Ansgar

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Nach KT von und zu Guttenberg bemüht sich der nächste Kandidat der Union um den Orden wider den tierischen Ernst. Namentlich Ansgar Heveling aus der CDU. Bei Twitter ist er heute wohl trending topic mit #hevelingfacts.

Ausgelöst hat das alles sein Gastbeitrag im Handelsblatt, der sein wirres Gedankengut zur Schau stellt.

Ein paar Zitate, die ihr euch mit einem karnevalstauglichen „Ta-da ta-da“ vorstellen müsst 😉

Denn es ist Aufmerksamkeit geboten. Auch wenn das Web 2.0 als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat es allemal das Zeug zum Destruktiven. Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!

[…]

Nun haben Wikipedia und Google in den letzten Tagen ihren starken Arm gezeigt. Doch Googles und Wikimedias dieser Welt, lasst euch zurufen: Auch wenn Wikipedia für einen Tag ausgeschaltet ist und Google Zensurbalken trägt, ist das nicht das Ende des Wissens der Menschheit. Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Das Wissen und vor allem die Weisheit der Welt liegen immer noch in den Köpfen der Menschen. Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!

[…]

Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als digitale Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste für die Masse Mensch vor den Maschinen sei. Piraten sind jedenfalls dabei der schlechteste Ratgeber. Sie achten das Eigentum des anderen nicht, setzen ihr Wissen nur für den eigenen Vorteil ein, sind darauf bedacht, zusammenzuraffen, was sie von anderen kriegen können. Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge. Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben.

Kommentare dazu finden sich schon bei Netzpolitik oder Golem. Ich möchte mich an dieser Stelle für den tollen Wahlkampf bedanken, den Ansgar für uns Piraten macht!

[Update] Hier sammle ich mal das Lustigste was das Netz dazu produziert 😉

http://larsan.de/uploads/Heveling40s.ogg

http://meta.metaebene.me/media/misc/netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren.m4a

http://twitpic.com/8dl86y