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Spaß mit Ansgar

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Nach KT von und zu Guttenberg bemüht sich der nächste Kandidat der Union um den Orden wider den tierischen Ernst. Namentlich Ansgar Heveling aus der CDU. Bei Twitter ist er heute wohl trending topic mit #hevelingfacts.

Ausgelöst hat das alles sein Gastbeitrag im Handelsblatt, der sein wirres Gedankengut zur Schau stellt.

Ein paar Zitate, die ihr euch mit einem karnevalstauglichen „Ta-da ta-da“ vorstellen müsst 😉

Denn es ist Aufmerksamkeit geboten. Auch wenn das Web 2.0 als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat es allemal das Zeug zum Destruktiven. Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein. Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen!

[…]

Nun haben Wikipedia und Google in den letzten Tagen ihren starken Arm gezeigt. Doch Googles und Wikimedias dieser Welt, lasst euch zurufen: Auch wenn Wikipedia für einen Tag ausgeschaltet ist und Google Zensurbalken trägt, ist das nicht das Ende des Wissens der Menschheit. Welche Hybris! Lasst euch gesagt sein: Das Wissen und vor allem die Weisheit der Welt liegen immer noch in den Köpfen der Menschen. Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!

[…]

Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als digitale Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste für die Masse Mensch vor den Maschinen sei. Piraten sind jedenfalls dabei der schlechteste Ratgeber. Sie achten das Eigentum des anderen nicht, setzen ihr Wissen nur für den eigenen Vorteil ein, sind darauf bedacht, zusammenzuraffen, was sie von anderen kriegen können. Und offensichtlich sind Narzissmus und Nerdzismus Zwillinge. Natürlich soll niemandem verboten werden, via Twitter seine zweite Pubertät zu durchleben. Nur sollte man das nicht zum politischen Programm erheben.

Kommentare dazu finden sich schon bei Netzpolitik oder Golem. Ich möchte mich an dieser Stelle für den tollen Wahlkampf bedanken, den Ansgar für uns Piraten macht!

[Update] Hier sammle ich mal das Lustigste was das Netz dazu produziert 😉

http://larsan.de/uploads/Heveling40s.ogg

http://meta.metaebene.me/media/misc/netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren.m4a

http://twitpic.com/8dl86y

Proteste gegen SOPA/PIPA

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Heute ist mein monumentaler Tag in der Geschichte des Internets. Weltweit beteiligen sich viele Seiten an einem Protest gegen zwei US Gesetzesvorhaben (SOPA, PIPA). Die Menge der Seiten und prominente Teilnehmer wie Google, Wikipedia, die Seite des CCC, Diaspora, Greenpeace, Piratenpartei, Grüne, Lady Gaga, Peter Gabriel, XDA Developers etc. dürften diesen Generalstreik vermutlich zum größten Streik der Internetgeschichte werden lassen.

Ich mag dazu gar nicht viel schreiben, da sich Leser meines Blogs vermutlich schon mit der Thematik befasst haben, oder schon anderswo darüber geschrieben haben. Wer Leute in oder aus den USA kennt, sollte sie darüber aufklären und sie dazu auffordern, sich an die jeweiligen Abgeordneten zu wenden. Es ist sehr wichtig!

Written by benniswelt

Januar 18, 2012 at 15:28

Google gibt E-Mails von Wikileaks Helfern ohne Durchsuchungsbeschluss an die US Regierung

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Das muss man sich mal wieder auf der Zunge zergehen lassen. Dass Google den Inhalt von E-Mails scannt und personalisierte Werbung anbietet ist ja schon pervers genug aber dass sie selbst nicht davor zurückschrecken, private E-Mails ohne richterlichen Beschluss und ohne Durchsuchungsbefehl an die US-Regierung weitergeben, sollte jedem der bei Google ein E-Mail-Konto hat zu denken geben. Privatsphäre scheint es bei Google, wer hätte es gedacht, nicht zu geben.

Gmail users got a hefty dose of reality today when it was revealed that Google handed over one user’s private data to the U.S. government, who requested it without a search warrant.

[…]

According to the company’s own Transparency Report, Google received 4,601 user data requests from the U.S. government in the second half of 2010, and it complied with 94% of them. Those requests include warrantless inquiries as well as those accompanied by a search warrant.

Wer nicht auf seinen E-Mail-Account bei Google verzichten kann, der sollte zumindest über E-Mail Verschlüsselung nachdenken. Eine kurze Einführung mit Anleitung für Windowsnutzer habe ich hier geschrieben:

https://benniswelt.wordpress.com/2011/09/09/e-mails-verschlusseln-mit-gnupg/

Benutzer anderer Bestriebssysteme finden Anleitungen hier:
Mac OS X / Linux (hier gehe ich eigentlich davon aus, dass man es alleine hinbringt ;)) und hier noch eine allgemeine Seite über die Funktionsweise von GnuPG:
http://hp.kairaven.de/pgp/gpg/

Quelle:
readwriteweb.com

Written by benniswelt

Oktober 11, 2011 at 08:22

Google der Handlanger des Staates?

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In Großbritannien wurden wohl mehrere Youtube Videos, die eine legale Demonstation zeigen, auf Anfrage der Regierung gesperrt.

yt
Quelle

Wie kann es sein, dass sich Google in Europa zu Zensur zwingen lässt? Wie passt das mit Googles „Dont be evil“-Philosophie zusammen? Aber solche Werte wirft man halt schon mal über Bord, wenn es um das eigene Geld geht, nicht wahr?

You can also search by country to discover that Google, the owner of You Tube, has complied with the majority of requests from governments, particularly in the United States and the UK, not only to remove You Tube videos, but also specific web search terms and thousands of “data requests,” meaning demands for information that would reveal the true identity of a You Tube user. Google claims that the information sent to governments is “needed for legitimate criminal investigations,” but whether these “data requests” have been backed up by warrants is not divulged by the company.

Quelle:
http://current.com/community/93466154_government-orders-you-tube-to-censor-protest-videos.htm

Written by benniswelt

Oktober 2, 2011 at 06:28

Alternativen zu Facebook

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In den letzten Tagen findet man in den Medien hauptsächliche negative Artikel zu Facebook. Seit die Zeitleiste eingeführt wurde, zweifeln immer mehr Leute daran, ob es sinnvoll ist, einem Unternehmen sein ganzes Leben inklusive Fotos, Vorlieben und Freunden zu überlassen.

Das Problem, gibt es überhaupt eine Alternative? Soziale Netzwerke sind aus unserem Leben sicher nicht mehr heraus zu denken, der Kontakt mit Freunden, spontane Kommunikation mit vielen gleichzeitig, der einfache Weg Fotos zu zeigen und die Verwaltung vieler Kontakte spricht sicherlich für die Verwendung sozialer Netzwerke, wenn man dabei das soziale Leben außerhalb des Internets gleichsam mit seiner Aufmerksamkeit beglückt.

Aber ja, es gibt Alternativen, die mit der Datensammelwut aufräumen und die persönlichen Daten wieder dahin zurückgeben, wo sie hingehören, zum Benutzer. Das derzeit vielversprechenste soziale Netzwerk in der Entwicklung ist sicherlich Diaspora*. Dabei handelt es sich um ein free-software-Projekt, sprich jeder kann den Programmcode anschauen und verändern, wenn er mag.

Das Netzwerk ist im Gegensatz zu Facebook oder Google+ dezentral aufgebaut. Am einfachsten kann man sich das mit der Entwicklung von E-Mail Adressen vorstellen. Früher konnte man anderen Leuten E-Mails nur schreiben, wenn sie beim gleichen E-Mail-Anbieter waren, wie man selbst. Sprich Facebook/Google+ kann man in diesem Bild also nur nutzen, wenn man eine Facebook/Google+-E-Mail-Adresse besitzt und man kann mit dieser E-Mail Adresse nur wieder an Facebook/Google+-Mitglieder E-Mails schreiben und sonst niemanden. Bei Diaspora* ist das Netzwerk so aufgebaut, wie wir E-Mail heutzutage kennen, jeder kann einen anderen Diaspora*-Anbieter benutzen oder sogar selber zu einem werden. Zwischen diesen vielen Anbietern ist es problemlos sich E-Mails zu schicken.

Der Vorteil davon liegt auf der Hand. Wenn man selbst zu einem Diaspora*-Anbieter wird, in der Diaspora* Welt nennt man das einen Pod betreiben, kann man seine eigenen Daten bei sich speichern und kontrollieren, was mit den Daten passiert. Vertraut man einem anderen Anbieter, kann man sich auch problemlos dort ein Benutzerkonto anlegen und mit allen anderen Diaspora* Mitgliedern kommunizieren. Wer also größte Datensicherheit haben will, sollte selber zum Diaspora-Anbieter werden. Wie das geht, steht hier.

Diaspora Mitglied Dennis hat dazu ein schönes Einführungsvideo gemacht:

Das Hauptnetzwerk joindiaspora.com ist derzeit nur über eine Einladung zu erreichen. Da Diaspora* aber ja, wie oben erwähnt, dezentral ist, kann man sich bei vielen verschiedenen Anbietern registrieren. Die prominentesten deutschen Anbieter sind wohl Geraspora.de und Diasp.de.

Probiert es einfach aus, die Leute dort sind sehr offen und freundlich!

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Schöne neue Welt – Warum wir uns über soziale Netze Gedanken machen sollten

Written by benniswelt

Oktober 1, 2011 at 07:57

Schöne neue Welt – Warum wir uns über soziale Netze Gedanken machen sollten [Update 19.8.2011]

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Wer heutzutage Facebook nicht zumindest vom Namen her kennt, dem kann man getrost unterstellen, dass er unter einem Felsen in einer tiefen Höhle leben muss.

Man kann die Kenner von Facebook in drei Gruppen teilen. Die erste Gruppe ist die, die alles mitmacht, ihren Klarnamen freiwillig preisgibt und Bilder, Kommentare über ihr ganzes Leben hochlädt und sich keine Gedanken darüber macht, was damit passieren kann.

Die zweite Gruppe macht alle die aus, die eigentlich nichts von Facebook halten, keine Fotos von sich online haben und nur dabei sind damit sie den Kontakt zu ihren Freunden nicht verlieren (Wie, du bist nicht bei Facebook?) und schließlich die letzte Gruppe, die aus konsequenten Facebook Verweigerern besteht. Letztere Gruppe kann man dann noch unterteilen in die, die einfach keine Lust auf soziale Netzwerke jeglicher Sorte haben und die, die große Datenschutz bedenken dabei haben, einer zentralen Instanz ihr ganzes soziales Leben anzuvertrauen.

Dem Anliegen der letzteren Gruppe möchte ich an dieser Stelle, aus Sicht eines Geeks, der sich mit den technischen Möglichkeiten des Internets schon länger auseinandersetzt, ein Gehör verschaffen. Aber warum sollte man sich Facebook verweigern, wenn doch alle da sind, mag sich der ein oder andere hier fragen? Es gibt verschiedene Aspekte, auf die ich dabei eingehen möchte:

  • Datenschutz
  • Soziale Strukturen
  • Technische Möglichkeiten und deren Probleme
  • Auswirkungen auf demokratische Strukturen
  • Alternativen und Lösungen

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VP8 ist Open Source + WebM Containerformat [Update]

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Heute ist schon wieder ein denkwürdiger Tag für Menschen wie mich, die offene Standards und freie Software als Grundlage einer innovativen Gesellschaft sehen.
Google hat heute angekündigt, ihren VP8 Codec zusammen mit dem WebM Container Format unter einer open source Lizenz freizugeben.

Somit steht nun ein h264 Konkurrent zur Verfügung der gepaart mit Ogg Vorbis die Grundlage für ein freies Videoformat für das Internet und mobile Geräte bildet. Wenn Google jetzt noch ihre Marktposition ausnutzt und den Codec auf Youtube und mobilen Geräten wie Android basierten Smartphones oder Tablets bringt, dann steht uns eine wahrlich schöne Zukunft ins Haus.

Wer den Codec schon mal nutzen möchte, der kann sich die WebM Git Branch des GStreamer Projekts ziehen und kompilieren.

Viel Spaß damit 🙂

Update: Nach diesem Heise.de Artikel arbeitet Google bereits an der Umstellung der Videos auf WebM für die HTML5 Version von Youtube, yeah!

Written by benniswelt

Mai 19, 2010 at 21:43

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