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Radikalisierung durch moderne Medien?

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Gerade eben habe ich auf heise.de gelesen, dass das Innenministerium sowie Vertreter muslimischer Verbände, Sicherheitsbehörden und Wissenschaftler die Initiative Sicherheitspartnerschaft gegründet haben. Dabei soll untersucht werden, in wie weit moderne Medien einen Einfluss auf die Radikalisierung von Menschen haben. Mal davon abgesehen, dass sich das Innenministerium vehement gegen Zahlen wehrt, die den Sinn der Vorratsdatenspeicherung in Frage stellen, stellt sich mir die Frage, in wie weit hier auf das Ergebnis reagiert werden wird.

Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums ist der „Home-grown-Terrorismus“ ein großes Problem. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Jugendliche, die Hetzvideos auf Youtube und anderen Internetplattformen schauen und sich dadurch quasi selbst radikalisieren.

Wäre es nicht sinnvoller die Ursache der Radikalisierung anzupacken? Bildung, Integration und Schaffung sozialer Perspektiven? Menschenwürdiger Umgang im Jobcenter wäre ein Schritt, andere könnten parallel dazu laufen. Kleinere Klassenstärken, Abschaffung der Studiengebühren in den restlichen Ländern, Kürzung der Ausgaben für Militär, Erhöhung des Bildungsetats, etc. Das alles wären Dinge, mit denen direkt und einfach geholfen werden könnte, aber sie würden natürlich Geld kosten und das ist ja doof anscheinend. Man bevorzugt Initiativen und großes Gelaber, das die Zeit zum wirklichen Angehen der Probleme oder dem Auftauchen größerer Probleme auf nach den Wahlkampf verschiebt und dann geht das Spiel von vorne los.

Das Bundesinnenministerium und die Relevanzdebatte

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Wie der CCC am Freitag mitteilte, besagt eine Studie des Max-Planck-Insitutes für ausländisches und internationales Strafrecht, dass es durch die fehlende Vorratsdatenspeicherung keine Schutzlücke und keine Gefahr einer geringeren Aufklärungsquote gibt.

Das Bundesinnenministerium aber behauptet nun in bester Wikipedia-Manier, dass die besagte Studie „für das Bundesinnenministerium nicht von Relevanz ist“. Offenbar lebt das Bundesinnenministerium in einer Pippi-Langstumpf-Welt, die es für sich so macht, wie es ihm gefällt. Alles was dem Bundesinnenministerium also nicht passt oder zum Nachdenken anregen sollte, wird als irrelevant abgetan. Oder wie Twister schreibt:

Wird das gewünschte Ergebnis nicht erzielt, so wird nicht etwa innegehalten und das Ganze überdacht, nein, vielmehr wird mit stoischem (Tunnel)blick nach vorne das, was der eigenen Ansicht widerspricht, ausgeblendet und für irrelevant erklärt.

Vielleicht sollte sich das Bundesinnenministerium umbenennen in Taka-Tuka-Ministerium. Nur mal so als Anregung…

Quelle:
http://www.heise.de/tp/blogs/5/151318