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Pirat, Physiker, Free Software Nerd

Mathematische Fakultät der TU München kündigt alle Elsevier-Zeitschriften

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Die Mathematische Fakultät der TU München geht mit gutem Beispiel voran und kündigt alle Elsevier-Abos. Dieser Schritt hin zu einer Open-Access basierten Wissenschaft halte ich für sehr begrüßenswert. Ich hoffe, dass wir Physiker uns dem auch irgendwann anschließen werden.

Aufgrund unzumutbarer Kosten und Bezugsbedingungen hat das Direktorium des Zentrums Mathematik beschlossen, alle abonnierten Elsevier-Zeitschriften ab 2013 abzubestellen.

Quelle:
http://www.ma.tum.de/Mathematik/BibliothekElsevier

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Mai 10, 2012 at 13:36

Schleswig-Holstein Piraten entern den Kieler Landtag

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Ersten Umfragen zufolge werden die Piraten mit einem Stimmanteil von 8% in den Kieler Landtag einziehen. Meinen Glückwunsch an die Nachbarpiraten 🙂

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Mai 6, 2012 at 18:01

Von Strafzahlungen und der Vorratsdatenspeicherung

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Erinnern wir uns kurz an Herrn Krings, der zu Vertragsstrafen bei Nichtumsetzung der Vorratsdatenspeicherung folgendes aussagte:

„Jetzt muss Schluss sein mit Abwarten“, sagte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Günter Krings der Rheinischen Post. „Hier darf es nicht länger um die Empfindlichkeiten eines Koalitionspartners gehen, sondern hier geht es um die Stabilität des europäischen Rechtsraumes und das Geld aller Steuerzahler“, sagte der Politiker mit Blick auf drohende Strafzahlungen

Eine heute auf fragdenstaat.de veröffentlichte Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz bezüglich aller Strafverfahren bzgl. nicht umgesetzter EU-Richtlinien ergab allerdings:

  • Wie viele EU-Vertragsverletzungsverfahren sind aktuell gegen die Bundesrepublik Deutschland anhängig und in welchem Status befinden sich die einzelnen Verfahren?

    Es sind 74 Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland anhängig (Stand 23.04.2012).

  • Wegen welchen Vorwürfen/Verstößen (Namen, unter denen die Verfahren laufen) werden diese aktuellen Verfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland geführt (bitte Liste mit Nennung der einzelnen Verfahrensnamen beifügen)?

    Die Verfahren sind unter http://ec.europa.eu/eu_law/infringements/infringements_decisions_en.htm einsehbar.

  • Falls aus bisherigen EU-Vertragsverletzungsverfahren Strafzahlungen gegen die Bundesrepublik Deutschland verhängt wurden, die Höhe dieser Strafzahlungen (totaler Betrag bis zum heutigen Datum und Geldbetrag pro Tag) und die Namen der dazugehörigen Verfahren.

    Bislang musste die Bundesrepublik Deutschland keine Strafgelder bezahlen (Stand 27.04.2012).

Was nun von der Aussage von Herrn Krings und anderen Politikern zu halten ist, überlasse ich dem geneigten Leser nun als Übungsaufgabe. Ich gebe zu, diese ist nicht sehr anspruchsvoll, aber es ist ja auch Freitag.

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Mai 4, 2012 at 19:28

Pirate Party looks to create surprise in UK local elections

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Ein schöner Bericht inklusive Video über die Piraten in Großbritannien.

http://www.euronews.com/2012/05/03/pirate-party-wants-to-create-surprise-in-uk-local-elections/

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Mai 4, 2012 at 09:51

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Der Fall Schavan

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So. Nun haben wir also unseren nächsten Plagiatsfall in der Regierung. Unabhängig von der Schwere der wissenschaftlichen Fehler die Frau Schavan (absichtlich) passiert sind und dass es wohl als Bundesministerin für Bildung und Forschung besonders peinlich ist unsauber gearbeitet zu haben, wirft das ein schlechtes Licht auf unsere deutschen Universitäten.

Wie viele Doktortitel wurden wohl unter solchen Umständen an Personen vergeben, die nicht durch ihre politische Ämter in der Öffentlichkeit stehen und so besonders interessant für Fehlersuchen sind.

Durch die Tatsache, dass erst neuere Dissertationen digital vorliegen, macht das die Plagiatssuche natürlich sehr schwer und das Interesse an Herrn Müller aus Hinterdupfingen wird wohl auch eher gering sein um so alle Fälle aufzuklären.

Meiner Meinung nach sollte es schon allein aus Gründen wissenschaftlicher Ideale Pflicht sein, seine Dissertation oder andere Abschlussarbeiten unter Open-Access-Kriterien im jeweiligen Hochschul-OPUS zu veröffentlichen. Das würde erstens den Zugang zu wissenschaftlichen Werken deutlich vereinfachen und zweitens zugleich die Überprüfung der Doktorarbeiten durch unabhängige Stellen deutlich vereinfachen.

Natürlich sollte eine gründliche Prüfung der Hochschule vorausgegangen sein. Es kann doch auch nicht angehen, dass der Prof nur eine Zusammenfassung des Betreuers vorgelegt bekommt und damit die Leistung der Dissertation beurteilt. Dafür müssten aber auch die Arbeitszeiten und Pflichten der Professoren soweit reduziert werden, dass sie auch genügend Zeit haben diesem Anspruch auch gerecht zu werden. Auf jeden Fall sehe ich den Ruf des Wissensstandorts Deutschland gefährdet, wenn weiter Doktortitel in dieser Manier vergeben werden.

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Mai 3, 2012 at 18:26

Die Medien und die Piraten

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Netter ZAPP Beitrag:

Unentspannt – Journalisten und Piraten

Erinnern Sie sich den Parteitag der Grünen vor 20 Jahren? Neues Auftreten. Neues Aussehen. Neue Aussagen. Unwiderstehlich für die Medien. Jetzt entern die Piraten die Schlagzeilen. Neues Auftreten. Neues Aussehen. Neue Aussagen. Nur das Problem ist das Alte: Das Bild der Piraten in der Presse steht – wie damals bei den Grünen – in grossen Teilen bereits vorher fest.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/piraten339.html

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Mai 3, 2012 at 09:05

Von Verlogenheit und Verleumdungen in der Urheberrechtsdebatte

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Die Debatte um das Urheberrecht geht munter weiter. Heute hat das Handelsblatt einen Artikel veröffentlicht, in dem 100 „Kreative“ über Piraterie und das Urheberrecht schreiben. Der stellvertretende Chefredakteur ist sich für nichts zu schade und haut folgendes raus:

Die Piraten-Partei wirbelt mit Umfrageergebnissen von über zehn Prozent nicht nur die Parteienlandschaft in Deutschland mächtig durcheinander. Ihre Forderung, das Recht auf geistiges Eigentum abzuschaffen und eine Umsonstkultur in der Heimat von Goethe und Schiller zu etablieren, hat die Kreativen in Deutschland aufgeschreckt.

Ein Blick in das Wahlprogramm der Piraten hätte gereicht um beide Forderungen als falsch zu widerlegen. Aber wo bliebe dann die medienwirksame Überschrift, wo die reißerische Schlagzeile. Richtig, wenn man die Maßstäbe des ordentlichen Journalismuses anlegen würde, dann gäbe es sie nicht.

Wenn man sich dann noch die Personen anschauen, die zu Wort kommen, dann wird einem schnell klar, dass es hier nicht um die Urheber geht, sondern mal wieder um die Interessen der Verwertungsindustrie. Mario Sixtus kommentiert das auf Twitter sehr treffend:

Die Debatte ums #Urheberrecht wäre weit weniger verlogen, sprächen die #Verwerter von #Verwertungsrechten, statt die #Urheber vorzuschieben.

Auf die Probleme, die immer längere Schutzfristen bringen, die kulturelle Verarmung und die Problematik um verwaiste Werke wird natürlich nicht eingegangen. Eben so wenig wie auf das völlig zerstörte Gleichgewicht zwischen Urhebern und Verwertern, sowie Verwertern und Konsumenten.

Das Urheberrecht wurde zu einer Zeit geschaffen, in der es kein Internet und keine modernen Medien gab. Deswegen muss es reformiert werden und an aktuelle Gegebenheiten angepasst werden. Gesetze müssen der jeweiligen Zeit angepasst werden, nicht die Zeit den alten Gesetzen.

Zitate wie:

Erfindungsreiche Geiste brauchen unseren Schutz. Denn mit Ideenreichtum ist aus dem Land der Dichter und Denker die Heimat der Ingenieure und Erfinder geworden.“

verkennen, dass in der Zeit der Dichter und Denker Deutschland noch gar kein Urheberrecht hatte und in dieser Zeit dennoch viel mehr Kultur produzierte als England, welches zu dieser Zeit bereits das Urheberrecht eingeführt hatte. Auch verkennt Herr Dopheide, dass Schiller fast verhungert ist und Goethe als Geheimrat reich wurde, nicht als Schriftsteller (Danke Laura).

Über Kommentare wie vom Regisseur Volker Schlöndorff:

Die Forderung der Piraten läuft auf eine Abschaffung von Kultur und Kreativität hinaus, zugunsten von ein paar instant satisfaction suchenden Wichsern.

brauchen wir hier gar keine Worte zu verlieren. Wenn die Leute offenbar geistig nicht dazu in der Lage sind zu verstehen, um was es bei der Reform des Urheberrechts geht, welche die Piraten zurecht vorantreiben, dann kann man jenen Menschen eben nicht helfen.

Zur weiteren Beschäftigung mit diesem Thema empfehle ich:
http://klabautercast.de/2011/11/30/folge-78-urheberrecht/

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Das-Urheberrecht-und-die-verwaisten-Werke-Rechtsansprueche-vs-Massendigitalisierung-1346091.html

Passendes Update dazu:
Wie das Handelsblatt mit seinen Autoren umgeht

Update2:
Flattr gibt’s hier, wenn jemand mag: https://flattr.com/thing/217760/BenjaminL-on-Flattr

Written by benniswelt

April 5, 2012 at 17:39