Bennis Welt

Pirat, Physiker, Free Software Nerd

Archive for März 2012

Liebe Tatort-Autoren

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Gerade habe ich euren Brief gelesen. Kommentieren geht ja nicht, wäre auch vermutlich eher peinlich für euch geworden. Bitte geht nochmal zurück in euer Büro und setzt den nochmal auf, so mit echtem Deutsch und ohne mimimi-Geheule.

Vielleicht solltet ihr auch vorher nochmal überlegen, ob Youtube nicht doch einen positiven Effekt auf Musik-, Film- und Konzertkartenverkäufe hat. Diverse andere Künstler scheinen das ja durchaus anders zu sehen und, oh Graus, stellen sogar selber Sachen auf Youtube. Teufelswerk!

Wenn ihr dann nochmal eure Drehbücher anschaut und eklatante Missachtungen von Dienstvorschriften auch kritisch behandelt und nicht so darstellt, als wäre es völlig ok Verdächtige zu verprügeln, ne Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl zu durchsuchen, dann, ja dann können wir vielleicht nochmal reden. Bis dahin wähle ich Piraten und schaue Videos auf Youtube, kaufe Indie-Musik und unterstütze echte Künstler via Crowdfunding. Kostenloskultur, my ass…

Zum Weiterlesen

Update 30.3.:
Der CCC hat auch was schönes

Update 2
Auch Andi Popp

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Radikalisierung durch moderne Medien?

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Gerade eben habe ich auf heise.de gelesen, dass das Innenministerium sowie Vertreter muslimischer Verbände, Sicherheitsbehörden und Wissenschaftler die Initiative Sicherheitspartnerschaft gegründet haben. Dabei soll untersucht werden, in wie weit moderne Medien einen Einfluss auf die Radikalisierung von Menschen haben. Mal davon abgesehen, dass sich das Innenministerium vehement gegen Zahlen wehrt, die den Sinn der Vorratsdatenspeicherung in Frage stellen, stellt sich mir die Frage, in wie weit hier auf das Ergebnis reagiert werden wird.

Nach Ansicht des Bundesinnenministeriums ist der „Home-grown-Terrorismus“ ein großes Problem. Der Begriff bezieht sich vor allem auf Jugendliche, die Hetzvideos auf Youtube und anderen Internetplattformen schauen und sich dadurch quasi selbst radikalisieren.

Wäre es nicht sinnvoller die Ursache der Radikalisierung anzupacken? Bildung, Integration und Schaffung sozialer Perspektiven? Menschenwürdiger Umgang im Jobcenter wäre ein Schritt, andere könnten parallel dazu laufen. Kleinere Klassenstärken, Abschaffung der Studiengebühren in den restlichen Ländern, Kürzung der Ausgaben für Militär, Erhöhung des Bildungsetats, etc. Das alles wären Dinge, mit denen direkt und einfach geholfen werden könnte, aber sie würden natürlich Geld kosten und das ist ja doof anscheinend. Man bevorzugt Initiativen und großes Gelaber, das die Zeit zum wirklichen Angehen der Probleme oder dem Auftauchen größerer Probleme auf nach den Wahlkampf verschiebt und dann geht das Spiel von vorne los.

Piraten bei 7,6% bis 7,8% im Saarland

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Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Landtagswahl im Saarland an die Saar-Piraten 🙂 Hervoragendes Ergebnis, das eine gute Vorlage für die bevorstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen sein wird.

Update: Endergebnis 7,4%

Written by benniswelt

März 25, 2012 at 18:26

Veröffentlicht in Main

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Warum das Jobcenter dringend reformiert werden muss

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Wenn ich Artikel wie diesen hier lese, fühle ich mich an meine Jobcenter-Zeit zurückerinnert. Ganz abgesehen von der unfassbaren Tragödie, die sich dort abgespielt hat, mag ich auf ein paar Punkte eingehen. Im Spiegel-Artikel steht z.B.:

Als sie am 19. Mai vergangenen Jahres um 8.30 Uhr ins Rhein-Main Jobcenter in der Mainzer Landstraße geht, hat sie seit Tagen kein Bargeld. Die Hartz-IV-Leistungen sind nicht auf dem Konto, sie muss schwarz mit der Bahn fahren, hat Hunger. Im Zimmer 22, dem Büro ihres zuständigen Sachbearbeiters, setzt sie sich und legt ihre Stofftasche auf den kleinen Beistelltisch. Sie fragt nach ihrem Arbeitslosengeld, zehn Euro würden reichen. Der Mann gibt ihr kein Geld, fordert sie auf zu gehen.

Da ich selber mal 9 Tage auf mein Geld warten musste und in dieser Zeit nur 4,50€ zur Verfügung hatte, kann ich nachempfinden, wie die Frau sich gefühlt haben muss. Wenn man von den ALG-II-Zahlungen abhängig ist und das Jobcenter aus fadenscheinigen Gründen, aus Machtgeilheit oder einfach nur aus dummer Unverschämtheit der Frau die Zahlung verweigert, ist man aufgeschmissen. Wenn man dann noch ein Kind zu versorgen hat, kann ich sehr gut verstehen, dass man mit der letzten Kraft zum Jobcenter geht und sich vornimmt dort nicht zu gehen, bis man Geld bekommen hat. Geld das einem zusteht.

Christy Schwundeck bleibt sitzen. Sie will erst gehen, wenn sie Geld hat. Der Sachbearbeiter ruft den hausinternen Sicherheitsdienst. Christy Schwundeck bewegt sich nicht vom Platz. Der Sachbearbeiter ruft den stellvertretenden Teamleiter, der sieht in die Akten und bietet ihr einen Lebensmittelgutschein in Höhe ihres Anspruchs für den Monat Juni an.

Einen Lebensmittelgutschein, statt Leistungen, die ihr demzufolge zustehen? Wie menschenunwürdig müssen sich Jobcenter noch verhalten, damit da endlich mal ein Aufschrei durch die Bevölkerung geht? Und dann immer diese Behandlung, wie wenn Jobcenter-Mitarbeiter die Leistungen von ihrem eigenen Geld bezahlen müssten. Immer der Hinweis, dass man nur im Interesse des Steuerzahler handele. Wenn ich da an den Ehrensold denke, den Herr Wulff bekommt, zusätzlich dazu noch Geld für Sekretärin, Fahrer und ein Büro, dann tut es mir Leid, wenn mir im Vergleich die erwähnten 10€ einfach nur lächerlich erscheinen.

Auch wenn es von der Frau nicht in Ordnung war, den Beamten zu verletzen, der mein vollstes Mitgefühl hat, trägt meiner Meinung nach dieses Jobcenter eine erhebliche Mitschuld an dieser Situation und somit auch am Tod der Frau.

Written by benniswelt

März 23, 2012 at 09:55

Spießrutenlauf Jobcenter

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Nach meinem Studium war eigentlich klar, dass es mit einer Promotion weitergehen würde. So habe ich mich kurz nach den Diplomprüfungen auf verschiedene Stellen, die mich interessierten, beworben. Dass sich diese Suche bis zur Beginn der Arbeit nahezu ein ganzes Jahr hinziehen würde, war mir dabei noch nicht klar.

Dank meines Opas und meines Vaters hatte ich das große Glück eine Ausbildungsversicherung zu besitzen, die mir half diese Zeit und den Wegfall meiner beiden Hiwijobs zu überbrücken. Nach den Prüfungen war ich erst einmal beim Arbeitsamt, um mich arbeitssuchend zu melden. Die Mitarbeiter dort meinten, dass es nicht viel Sinn macht, diesen Status zu behalten, da sie weder Promotionsstellen vermitteln würden und man zudem nicht wisse, wie viel Geld von der Rente durch die paar Monate übrig bleiben würden. Gesagt getan, war ich ganze vier Tage arbeitssuchend bis das Arbeitsamt mit meiner Zustimmung die Zusammenarbeit beendete.

Dass ich nun noch 8 Monate bis zum ersten Bewerbungsgespräch warten musste, konnte ich ja nicht ahnen. Nach fünf Monaten und zahlreichen weiteren Bewerbungen auf viele Stellen, am Ende sogar auf reine Arbeitsverhältnisse ohne Möglichkeit zur Promotion, die erfolglos blieben (wer braucht schon Diplomphysiker) ging das Geld der Ausbildungsversicherung auch zu Ende. Da mich eh niemand für nen 400€ eingestellt hätte, mit der Aussicht dass ich nur ein zwei Monate dort arbeiten würde, machte ich mich auf den Weg zum Jobcenter.

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Written by benniswelt

März 10, 2012 at 19:35

Bundestagspetition gegen ACTA erreicht 31.000 Unterschriften

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Wie bereits schon berichtet läuft derzeit eine offizielle Bundestagspetition gegen ACTA. Damit diese vor dem Petitionsausschuss gehört werden kann, müssen 50.000 Unterschriften bis zum 14.3. erreicht werden. Das heißt es fehlen jetzt noch 19.000 Unterschriften für die letzte Woche des Quorums. Lasst euch von dem Ende der Petition nicht ablenken, das Quorum muss innerhalb von drei nicht sechs Wochen erreicht werden.

Also verteilt die Petition da wo ihr könnt, redet mit Freunden und Bekannten darüber und seht zu, dass wir die 50.000 erreichen!

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D22697

Written by benniswelt

März 7, 2012 at 13:55