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Archive for Oktober 2011

Der CCC enthüllt: Bundestrojaner verstößt gegen Auflagen des Verfassungsgerichts

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Die Debatte um die Onlinedurchsuchungen habt ihr sicher mitbekommen. Jetzt hat der CCC den Bundestrojaner in die Hände bekommen und das Urteil fällt entsprechend vernichtend aus:

Angesichts der nun entdeckten Spähsoftware entsteht der Eindruck, dass sich die Behörden nicht an die vom Verfassungsgericht gesetzten Beschränkungen halten und sogar bewusst dagegen verstoßen.

Verfassungsgericht? Gesetze? Braucht die Polizei nicht? Einen tollen Rechtsstaat haben wir da.

Daneben besitzt das Programm noch weitere Funktionen, die alle gegen das IT-Grundrecht verstoßen und mit einer Quellen-TKÜ nichts zu tun haben. So befinden sich in dem Spähprogramm Teile eines sogenannten Keyloggers. Der merkt sich jede Tastatureingabe und sendet sie an die Behörde. So können nachträglich auch Passwörter in Erfahrung gebracht werden – jede Verschlüsselung wird sinnlos.

Es wird aber noch besser!

An das Programm können außerdem neue Programmteile angedockt werden, die dann beispielsweise eine etwaige Kamera des Rechners und/oder sein Mikrofon steuern. Damit ist es möglich, eine unbemerkte Überwachung des Raumes vorzunehmen, in dem der Rechner steht. Das aber ist ein sogenannter Großer Lauschangriff, der nur bei „besonders schweren Straftaten“ erlaubt ist. Mit einer Quellen-TKÜ, wie sie in diesem Einzelfall der Richter genehmigt hatte, hat das nichts mehr zu tun.

Einen hab ich noch…

Die Computerforensiker des CCC konnten nicht feststellen, ob diese Funktionen von der Polizei auch tatsächlich eingesetzt wurden. Sie wissen nur, dass sie vorhanden sind oder nachträglich über das Internet installiert werden können – was ganz nebenbei das Bundesinnenministerium der Lüge überführt. Das Ministerium hatte 2007 der SPD-Fraktion im Bundestag schriftlich versichert, man werde die Software so programmieren, „dass sie keine Daten frei im Zielsystem platzieren kann“. Der Trojaner aber hat eindeutig die Fähigkeit, sich Daten aus dem Internet zu holen und auf die Festplatte des Zielrechners zu schreiben.

Zusammenfassung: Rechner/Laptop nie der Polizei geben und Inhalt immer verschlüsseln, wenn man den Rechner unbeaufsichtigt zuhause stehen hat, damit das Ding erst gar nicht installiert werden kann. Und wenn man in regelmäßigen Abständen großen Upload hat, ist es vermutlich schon zu spät…

Quelle:
Zeit.de

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Oktober 8, 2011 at 22:30

Operation GEMA-Vermutung

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Mal ein Gastbeitrag, schamlos von der Seite der Musikpiraten geklaut 😉 Das Original findet ihr hier: http://mkzä.de/1255

Die GEMA behauptet, die Mehrheit der Urheber wäre bei ihr organisiert. Daraus leitet sie unter anderem das Recht ab, bei jeder CD-Produktion Auskunft zu verlangen, wer die Urheber der Lieder sind. Bei einer Namensgleichheit fordert sie Geld von dem Produzenten der CD. Dies erfolgt auch, wenn ein Stück diesen Namens von dem vermeintlichen Urheber bei der GEMA nicht angemeldet wurde. Begründet wird dies damit, dass der Urheber die Anmeldung ja vergessen haben könnte. Um die Überholtheit diese Vermutung zu beweisen, sammelt der Musikpiraten e.V. Daten von Urhebern, die gemafreie Musik produzieren. Ziel ist es, mehr als 64.778 Datensätze zu sammeln, dies entspricht der Anzahl der GEMA-Mitglieder im Jahr 2010.

Auf der Webseite der GEMA findet man zur GEMA-Vermutung folgende Erklärung:

Die GEMA-Vermutung wurde von der Rechtsprechung zunächst im Hinblick auf öffentliche Musikaufführungen entwickelt. Sie gilt aber auch für jene „mechanischen Rechte“, bei deren Wahrnehmung die GEMA über eine faktische Monopolstellung verfügt – zum Beispiel für das Recht, Musikwerke in Filmen oder auf Tonträgern zu vervielfältigen und zu verbreiten.

Aufgrund der GEMA-Vermutung muss jeder, der behauptet, bei einer Veranstaltung oder für einen Tonträger „GEMA-freie“ Werke – das heißt Werke, an denen die Rechte nicht durch die GEMA wahrgenommen werden – genutzt zu haben, dieses für jeden einzelnen Fall konkret darlegen und gegebenenfalls beweisen. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass ein Veranstalter ein vollständiges Musikprogramm für die betreffende Veranstaltung vorlegt.

„Wir halten diese Vermutung für nicht zeitgemäß und vor allem rechtstaatlich nicht haltbar“, erklärt Christian Hufgard, 1. Vorsitzender der Musikpiraten. „Wenn die GEMA Geld für die Nutzung oder Verbreitung von Musik verlangt, dann ist es an ihr zu beweisen, dass sie daran die Rechte hält.“

Künstler, die die Musikpiraten dabei unterstützen wollen, werden gebeten, diese beiden Formular auszufüllen:
Gemafreie Urheberin/gemafreier Urheber
Gemafreie CD/Schallplatten-Produktion

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Oktober 8, 2011 at 14:24

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Wie Twitter die politische Stimmung zensiert

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Für alle, die noch meinen, Twitter sei das Web 3.0 und eine neue Kommunikation, dem möchte ich an dieser Stelle sagen, dass egal wo man zentrale Kommunikation findet, der Druck etwas zu zensieren manchmal unerträglich groß wird. Sei es durch Anfragen der Regierungen, Geheimdienste etc.

So auch bei Twitter. Man fragt sich schon, warum der #occupywallstreet Hashtag (Was ist ein Hashtag?) nicht trending topic ist, wo doch so viele Leute gerade darüber schreiben. Schaut man sich eine Trendmap an, also eine Karte wo die Hashtag Trends dargestellt werden, sieht man ganz deutlich, dass überall, bis auf die USA, #occupywallstreet trending topic ist:


Quelle

Man fragt sich zurecht, was sonst noch alles zensiert wird, was man als Bürger nicht lesen sollte. Für mich ist das auf jeden Fall ein Grund nicht zu Twitter zu gehen, sondern bei Identi.ca oder Diaspora* unterwegs zu sein.

Quelle:
http://blog.alexanderhiggins.com/2011/09/29/trendsmap-proves-scary-twitter-censorship-occupywallstreet-trending-topics-72701/

Verwandte Blogeinträge:
Alternativen zu Facebook (Diaspora*)
Schöne neue Welt – Warum wir uns über soziale Netze Gedanken machen sollten

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Oktober 3, 2011 at 06:39

Google der Handlanger des Staates?

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In Großbritannien wurden wohl mehrere Youtube Videos, die eine legale Demonstation zeigen, auf Anfrage der Regierung gesperrt.

yt
Quelle

Wie kann es sein, dass sich Google in Europa zu Zensur zwingen lässt? Wie passt das mit Googles „Dont be evil“-Philosophie zusammen? Aber solche Werte wirft man halt schon mal über Bord, wenn es um das eigene Geld geht, nicht wahr?

You can also search by country to discover that Google, the owner of You Tube, has complied with the majority of requests from governments, particularly in the United States and the UK, not only to remove You Tube videos, but also specific web search terms and thousands of “data requests,” meaning demands for information that would reveal the true identity of a You Tube user. Google claims that the information sent to governments is “needed for legitimate criminal investigations,” but whether these “data requests” have been backed up by warrants is not divulged by the company.

Quelle:
http://current.com/community/93466154_government-orders-you-tube-to-censor-protest-videos.htm

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Oktober 2, 2011 at 06:28

Massenfestnahme bei der Wall Street Besetzung

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Da sich wieder kein einziges deutsches Medium dazu herablässt über einen der wichtigsten Proteste in den USA zu berichten, werde ich kurz zusammenfassen, was dort gestern passiert ist.

Nach einem Bericht der NYTimes, wurden gestern bei einem friedlichen Protest etwa 700 Demonstranten festgenommen. Bei der Demonstrationsroute, die über die Brooklyn Bridge (Karte) führte, wurden die ersten Demonstranten angewiesen über den Fußgängerweg und nicht über die Straße zu gehen. Offenbar hat die Polizei die Straße aber gar nicht groß gesperrt sondern die, die über die Straße gingen nur kurz gewarnt aber weiterlaufen lassen, um die 700 Leute danach anschließend alle zu verhaften. Wie das abgelaufen ist, kann man hier sehen:

Warum man ein junges Mädchen vor allen Augen verhaftet darf auch mal gefragt werden. Hat das System?

Ich wünsche Euch viel Glück und seid stark, kämpft für echte Demokratie, die Welt schaut Euch dabei zu! Bleibt nur noch zu sagen: Danke!

Weitere Quelle:
http://roarmag.org/2011/10/new-york-police-arrest-400-protesters-on-brooklyn-bridge/

Update:
New York Times Blatantly Edits Article About Occupy Wall Street To Protect Police

Written by benniswelt

Oktober 2, 2011 at 06:04

Alternativen zu Facebook

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In den letzten Tagen findet man in den Medien hauptsächliche negative Artikel zu Facebook. Seit die Zeitleiste eingeführt wurde, zweifeln immer mehr Leute daran, ob es sinnvoll ist, einem Unternehmen sein ganzes Leben inklusive Fotos, Vorlieben und Freunden zu überlassen.

Das Problem, gibt es überhaupt eine Alternative? Soziale Netzwerke sind aus unserem Leben sicher nicht mehr heraus zu denken, der Kontakt mit Freunden, spontane Kommunikation mit vielen gleichzeitig, der einfache Weg Fotos zu zeigen und die Verwaltung vieler Kontakte spricht sicherlich für die Verwendung sozialer Netzwerke, wenn man dabei das soziale Leben außerhalb des Internets gleichsam mit seiner Aufmerksamkeit beglückt.

Aber ja, es gibt Alternativen, die mit der Datensammelwut aufräumen und die persönlichen Daten wieder dahin zurückgeben, wo sie hingehören, zum Benutzer. Das derzeit vielversprechenste soziale Netzwerk in der Entwicklung ist sicherlich Diaspora*. Dabei handelt es sich um ein free-software-Projekt, sprich jeder kann den Programmcode anschauen und verändern, wenn er mag.

Das Netzwerk ist im Gegensatz zu Facebook oder Google+ dezentral aufgebaut. Am einfachsten kann man sich das mit der Entwicklung von E-Mail Adressen vorstellen. Früher konnte man anderen Leuten E-Mails nur schreiben, wenn sie beim gleichen E-Mail-Anbieter waren, wie man selbst. Sprich Facebook/Google+ kann man in diesem Bild also nur nutzen, wenn man eine Facebook/Google+-E-Mail-Adresse besitzt und man kann mit dieser E-Mail Adresse nur wieder an Facebook/Google+-Mitglieder E-Mails schreiben und sonst niemanden. Bei Diaspora* ist das Netzwerk so aufgebaut, wie wir E-Mail heutzutage kennen, jeder kann einen anderen Diaspora*-Anbieter benutzen oder sogar selber zu einem werden. Zwischen diesen vielen Anbietern ist es problemlos sich E-Mails zu schicken.

Der Vorteil davon liegt auf der Hand. Wenn man selbst zu einem Diaspora*-Anbieter wird, in der Diaspora* Welt nennt man das einen Pod betreiben, kann man seine eigenen Daten bei sich speichern und kontrollieren, was mit den Daten passiert. Vertraut man einem anderen Anbieter, kann man sich auch problemlos dort ein Benutzerkonto anlegen und mit allen anderen Diaspora* Mitgliedern kommunizieren. Wer also größte Datensicherheit haben will, sollte selber zum Diaspora-Anbieter werden. Wie das geht, steht hier.

Diaspora Mitglied Dennis hat dazu ein schönes Einführungsvideo gemacht:

Das Hauptnetzwerk joindiaspora.com ist derzeit nur über eine Einladung zu erreichen. Da Diaspora* aber ja, wie oben erwähnt, dezentral ist, kann man sich bei vielen verschiedenen Anbietern registrieren. Die prominentesten deutschen Anbieter sind wohl Geraspora.de und Diasp.de.

Probiert es einfach aus, die Leute dort sind sehr offen und freundlich!

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Written by benniswelt

Oktober 1, 2011 at 07:57