Bennis Welt

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Der CCC enthüllt: Bundestrojaner verstößt gegen Auflagen des Verfassungsgerichts

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Die Debatte um die Onlinedurchsuchungen habt ihr sicher mitbekommen. Jetzt hat der CCC den Bundestrojaner in die Hände bekommen und das Urteil fällt entsprechend vernichtend aus:

Angesichts der nun entdeckten Spähsoftware entsteht der Eindruck, dass sich die Behörden nicht an die vom Verfassungsgericht gesetzten Beschränkungen halten und sogar bewusst dagegen verstoßen.

Verfassungsgericht? Gesetze? Braucht die Polizei nicht? Einen tollen Rechtsstaat haben wir da.

Daneben besitzt das Programm noch weitere Funktionen, die alle gegen das IT-Grundrecht verstoßen und mit einer Quellen-TKÜ nichts zu tun haben. So befinden sich in dem Spähprogramm Teile eines sogenannten Keyloggers. Der merkt sich jede Tastatureingabe und sendet sie an die Behörde. So können nachträglich auch Passwörter in Erfahrung gebracht werden – jede Verschlüsselung wird sinnlos.

Es wird aber noch besser!

An das Programm können außerdem neue Programmteile angedockt werden, die dann beispielsweise eine etwaige Kamera des Rechners und/oder sein Mikrofon steuern. Damit ist es möglich, eine unbemerkte Überwachung des Raumes vorzunehmen, in dem der Rechner steht. Das aber ist ein sogenannter Großer Lauschangriff, der nur bei „besonders schweren Straftaten“ erlaubt ist. Mit einer Quellen-TKÜ, wie sie in diesem Einzelfall der Richter genehmigt hatte, hat das nichts mehr zu tun.

Einen hab ich noch…

Die Computerforensiker des CCC konnten nicht feststellen, ob diese Funktionen von der Polizei auch tatsächlich eingesetzt wurden. Sie wissen nur, dass sie vorhanden sind oder nachträglich über das Internet installiert werden können – was ganz nebenbei das Bundesinnenministerium der Lüge überführt. Das Ministerium hatte 2007 der SPD-Fraktion im Bundestag schriftlich versichert, man werde die Software so programmieren, „dass sie keine Daten frei im Zielsystem platzieren kann“. Der Trojaner aber hat eindeutig die Fähigkeit, sich Daten aus dem Internet zu holen und auf die Festplatte des Zielrechners zu schreiben.

Zusammenfassung: Rechner/Laptop nie der Polizei geben und Inhalt immer verschlüsseln, wenn man den Rechner unbeaufsichtigt zuhause stehen hat, damit das Ding erst gar nicht installiert werden kann. Und wenn man in regelmäßigen Abständen großen Upload hat, ist es vermutlich schon zu spät…

Quelle:
Zeit.de

Written by benniswelt

Oktober 8, 2011 um 22:30

Eine Antwort

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