Bennis Welt

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Amazon und das Tierleid

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Vor Kurzem bin ich auf die Seite der Albert Schweitzer Stiftung gestoßen, die gerade eine Aktion gegen den Vertrieb von Tierleidprodukten bei Amazon am Laufen hat. Dabei geht es darum, dass Händler beim Amazon Marketplace Produkte wie Stopfleber und Pelz anbieten. Wie so etwas produziert wird, könnt Ihr euch hier ansehen:

Amazon antwortet mit einem freundlichen Kundenschreiben und der Aussage:

„Wir glauben, dass unsere Kunden selbst entscheiden sollten, welche Produkte sie für ethisch vertretbar halten und welche sie kaufen möchten. Die Listung diskussionswürdiger Produkte bedeutet dabei keinesfalls, dass Amazon oder unsere Mitarbeiter die Produkte gutheißen.“

Was ich mich hier frage ist, würde Amazon das auch bei Kinderpornografie schreiben oder bei Produkten aus menschenverachtender Produktion? Würde Amazon Kinderarbeitsartikel bewusst im Sortiment lassen, mit dem Hinweis, der Kunde solle selbst entscheiden, was er ethisch vertretbar hält? Ich finde nicht! Ich bin der Meinung, dass Amazon hier eine ethische und moralische Verpflichtung hat, den Verkauf dieser Produkte zu unterbinden! Ich hoffe, dass der Protest noch viel größer wird und sich Amazon hier nicht davonstehlen kann. Denn die Proteste gegen Escada und andere haben gezeigt, dass Unternehmen das sehr wohl finanziell spüren, wenn sie Leid verkaufen und das zurecht!

Written by benniswelt

Mai 16, 2011 um 10:34

Veröffentlicht in Main

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4 Antworten

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  1. Stopfleber und Pelz sind eine üble Sache; keine Frage… doch mal eine andere Frage:
    Was unterscheidet das deiner Meinung nach von dem ganz normalen Wahnsinn, dass wir zierliche Körper für geeignet halten, um uns davon zu ernähren?
    Die Albert-Schweizer Stiftung suggeriert mit ihren Problematisierungen von bestimmten (und *nur* von bestimmten) Produkten eine ethische Unterscheidbarkeit und pepetuiert somit die ethische Maxime, dass lediglich entscheidend ist *wie* wir Tiere ausbeuten. (nämlich „nicht grausam“ und „artgerecht“ bzw. in „Achtung vor dem Tier als Mitgeschöpf“)
    Diese Art bestimmte Teilaspekte von Tierausbeutung selektiv zu problematisieren, verschleiert notwendigerweise die dem logisch übergeordnete Frage, *ob* es überhaupt zu rechtfertigen ist, nichtenschlche Tiere zu menschlichen Zwecken zu gebrauchen, das heiß als Eigentum bzw als Ressource zu behandeln. Ich meine die Antwort darauf ist nein.

    Und nun der Bogen zurück zum Anlass:
    Auch darüber hinaus, dass das Herausheben dieses einen bestimmten Teilaspekts von der Benutzung von Tieren als Ressource problematisch ist, muss man mE fragen, ob die Fokussierung unserer politischen Kräfte auf die Anbietenden effektiv ist:
    Inwiefern soll bspw die Escada-Kampagne dem Konzern finanziell geschadet haben? (So weit ich weiß wurde etwa für die österreichische P&C- und KleiderBauer-Kampagne im §278a-Verfahren von den Aktivistis argumentiert, dass das mitnichten der Fall sei. Es würde mich nicht verwundern, wenn die Fakten hier ähnlich liegen.) Und inwiefern ist es überhaupt als ein Erfolg zu sehen, dass Escada jetzt keinen Pelz mehr verkauft, dafür aber immer noch Leder, Tier-Wolle und Seide?

    Ich meine, das Bearbeiten der Angebotsseite erkennt die wirtschaftlichen Realitäten von Tierausbeutung nicht: Wir haben es nicht mit einer verschwörung eines Oligarchats von Konzernen zu tun, die auf die infame Idee kommen, Tiere auszubeuten. Nein. „Tiere als Ressource“ ist ein Paradigma, das 99,9% aller Leute jeden Tag reproduzieren, wenn sie in die Körper von nichtmenschlichen Tieren eine Gabel stecken. Und auch für andere Produkte; Etwa Leber, Pelz, Wolle, You name it, gibt es einfach eine ungebrochene Nachfrage die diese Unternehmen bedienen. Eleminieren oder schädigen wir die Uternehmen, werden sie schlicht ersetzt werden.
    Wenn wir tatsächlich für Tiere etwas verändern wollen, kommen wir mE nicht daran vorbei, Leute zu überzeugen, mit diesem Paradigma „Tiere als Ressourcen“ zu brechen, das heißt sie in eine Lage zu versetzen, ihre eigene Verwobenheit mit Tierausbeutung zu realisieren und konsequent abzustellen. Stell dir vor, die Ressourcen etwa der OGPI, der Schweizer-Stiftung und allen anderen, wären in vegane Aufklärungsarbeit geflossen: Ich bin sicher, dass jede kompetente Vollzeit-Person in diesem Zeitraum ein Hand voll Leute überzeugt und eine respektable Menge von Leuten sehr ernsthaft zum Nachdenken gebracht hätte.
    Und wir brauchen diese Leute, wenn wir tatsächlich Tierausbeutung abschaffen wollen. Gegen alle wird das nämlich nichts.

    goiken

    Juli 12, 2011 at 12:52

  2. Stimme in allem mit Dir überein. Aber ich denke, die Albert Schweizer Stiftung hat dieses von Dir erwähnte Ziel, dass wir in den Köpfen der Menschen erreichen wollen, dass Tiere Lebewesen und keine „Nutztiere“ in irgendeiner Form sind. Hier handelt es sich ja nur um eine von mehreren Kampagnen und ich halte das Ziel für richtig. Kleine Schritte führen zum Ziel!

    benniswelt

    Juli 12, 2011 at 13:16

    • Und genau das tut die Albert-Schweizer Stiftung nicht: Wer es als einen „Erfolg“ verkauft, dass sogenannte Käfigeier durch sogenannte „käfigfreie“ Eier ersetzt werden, ist offensichtlich nicht daran Interessiert, „Tiere als Nutztiere“ in Frage zu stellen. Eher das genaue Gegenteil ist der Fall: Nämlich,ass wir weiterhin lediglich problematisieren *wie* wir Tiere behandeln; Nicht, *dass* wir sie zu unseren Zwecken erzeugen und nach Belieben wieder vernichten.

      Entsprechend sehe ich auch nicht wirklich einen „kleinen Schritt“, der bspw durch das Abschaffen von Stopfleber gegangen worden ein soll. Menschen benutzen halt stattdessen andere Tiere oder dieselben Tiere auf andere Art und Weise. Warum sollte das für jemanden, der_die Tierausbeutung abgeschafft wissen will, von Interesse sein?

      goiken

      Juli 12, 2011 at 13:27

      • Dann wünsch ich dir viel Spaß dabei, diesen zur heutigen Sichtweise radikalen Schritt ohne Umwege in die Köpfe der Menschen zu bringen. Ich halte dies nach meiner bisherigen Erfahrung für unmöglich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und es gab in der Geschichte der Menschen nur ganz ganz wenige Ereignisse, die von heute auf morgen zu einem radikalen Umdenken und zu einer Verschiebung der Sichtweise geführt haben.
        Und für mich ist es ein Erfolg, wenn man die Haltungsbedingungen der Hennen verbessert, denn es ist nicht zu erwarten, dass *alle* von heute auf morgen keine Eier mehr kaufen, dafür fehlt es ja schon an dem Wissen, wie die Tierhaltung und die Herstellungsbedingungen sind. Von daher kann ich es nur nochmal wiederholen. Auch viele kleine Schritte führen zum Ziel und nur ganz wenige Menschen sind in der Lage ihr Leben radikal zu ändern, die meisten schaffen es einfach nicht und sind auf diese kleinen Schritte angewiesen!

        benniswelt

        Juli 12, 2011 at 19:13


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