Bennis Welt

Pirat, Physiker, Free Software Nerd

Münchner Erklärung gegen Gentechnik, Atomkraft und Biosprit

with 21 comments

Das Umweltinstitut München sammelt Unterschriften gegen den „ökologischen Wahnsinn“.

Wir sind für den Ausstieg aus der Atomwirtschaft und die Abschaltung aller Atomkraftwerke.
Zahlreiche Zwischenfälle auch in den vermeintlich sicheren deutschen Reaktoren zeigen: Atomkraft ist unbeherrschbar. Hochradioaktiver Atommüll strahlt zudem Jahrtausende lang. Ein betriebsbereites Endlager dafür gibt es auf der ganzen Welt jedoch bis heute nicht. Und auch der Brennstoff Uran ist endlich.
Wir müssen Energie einsparen, sie effizienter nutzen und die nachhaltigen erneuerbaren Energien zügig ausbauen.

Wir sind gegen Gentechnik in der Landwirtschaft.
Kein Mensch kann heute überschauen, welche Folgen Manipulationen am Erbgut von Pflanzen und Tieren haben. Die ökologischen und gesundheitlichen Risiken sind gewaltig.
Rund 80 Prozent der Menschen in Deutschland sind gegen die Gentechnik. Sie wollen nicht, dass Gen-Pflanzen angebaut oder importiert werden und damit in unsere Nahrungskette gelangen.
Wir sind dafür, dass die ökologische Landwirtschaft gefördert wird, damit gesunde Lebensmittel produziert werden. Europa muss gentechnikfrei werden.

Wir sind gegen den Anbau von „Bio-Sprit“.
Kraftstoffe aus Pflanzen haben eine verheerende Bilanz. Ihre Produktion verteuert unsere Lebensmittel und sorgt dafür, dass noch mehr Menschen auf der Welt hungern. Sie zerstören die Lebensräume von Menschen und Tieren. Riesige Monokulturen verbrauchen gigantische Mengen an Wasser, Dünger und Pestiziden. Letztlich beschleunigt „Bio“-Sprit den Klimawandel noch.
Auch wenn es bei der Verwertung von Reststoffen und einzelnen dezentralen, stationären Projekten sinnvolle Anwendungen von „Biomasse“ gibt: Der eingeschlagene Weg, Erdöl durch „Bio“-Sprit zu ersetzen, ist eine ökologische und soziale Katastrophe.
Wir sind dafür, dass der CO2-Ausstoß durch intelligente Verkehrskonzepte reduziert wird.

Unterzeichnen!

Written by benniswelt

Dezember 30, 2008 um 11:49

Veröffentlicht in Main

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21 Antworten

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  1. An sich eine gute Petition, aber nicht radikal genug. Du glaubst doch nicht, dass mit so ein bisschen herumgewerkel an technischen/ökologischen Detailfragen die Verhältnisse sich ändern? Die dominanz des ökonomischen Denkens muss weg – und alternative Gesellschaftsformationen gedacht werde, vorher geht garnix, und die alten Eliten instrumentalisieren die neuen Technologien nur für sich!

    horst

    Dezember 30, 2008 at 18:57

  2. Die Dominanz des ökonomischen Denkens muss weg. Aha. Das klingt klug, ist es aber leider nicht.
    Ökonomisches Denken entwickelt sich daraus, dass alle Ressourcen begrenzt sind. Es beschäftigt sich nur damit, diese möglichst gut und sinnvoll zu nutzen um die Bedürfnisse aller Menschen so gut wie möglich zu befriedigen.
    Kann mir bitte einer erklären was daran schlecht ist? Oder un-alternativ? Ich fände das sogar sehr alternativ, wenn man es wirklich auf ALLE Menschen anwendet…

    Petra

    Dezember 30, 2008 at 19:36

  3. Horst, es wär echt schön, wenn du nicht nur hohle Phrasen dreschen würdest, sondern auch mal denkst bevor du schreibst, danke! Deine Gedanken wären sicherlich interessant, wenn du sie mal verständlich formulieren würdest, oder kannst du das nicht?

    benniswelt

    Dezember 30, 2008 at 21:14

  4. @petra:
    „Ökonomisches Denken entwickelt sich daraus, dass alle Ressourcen begrenzt sind. Es beschäftigt sich nur damit, diese möglichst gut und sinnvoll zu nutzen um die Bedürfnisse aller Menschen so gut wie möglich zu befriedigen.“

    An welchem Lagerfeuer hast du Dir denn diesen Hippiegedanken ausgedacht? Schöne vorstellung hat nur mit der politisch-ökonomischen Praxis nix zu tun.

    vielleicht hätte ich es genauer: ökonomistisches! Denken nennen sollen, das war unscharf formuliert. Aber der Gedanke dass alles um uns herum Ressourcen darstellt, verwertbar, besitzbar! und auch begrenzt ist, dient hauptsächlich dazu, diejenigen die die Deutungshoheit über die Ressourcen besitzen noch mächtiger zu machen – dieses Verständnis – die kontrolle über das Denken – der Welt ist zentrale Machtquelle.

    Und solange ihr dieses Spiel mitspielt und euch auf irgendwelche detaildebatten darüber, wie ein auto jetzt angetrieben werden soll, oder was man essen sollte einlasst, dient ihr lediglich als festiger des ökonomistischen systems.

    horst

    Dezember 31, 2008 at 11:35

  5. achja zum Thema Biosprit las ich grade Folgendes im Web in einem FOrum:

    Biosprit in D ist gecancelt, weil es ja unmenschlich war Auto mit
    Ethanol zu fahren, während Milliarden hungerten.
    Resultat: Die Landwirte haben wieder nur einen
    Abnehmer..Nahrungsmittelkonzerne. Die können wieder wie gewohnt die
    Preise drücken.
    Die konkurrierende Ethanolindustrie ist tot.
    Bei den nun wieder rapide gesunkenen Preisen für Getreide lohnt es
    sich wieder mehr Flächenstillegungsprämien zu kassieren.
    Der Anbau auf diesen Flächen unterbleibt, Investitionen für modernes
    Gerät werden wieder auf Eis gelegt. Es läuft wieder auf EU
    Subventionswirtschaft hinaus.

    horst

    Dezember 31, 2008 at 11:51

  6. Du beschimpfst Petra als Hippie, redest aber selbst von „alternativen Gesellschaftsformationen“ und davon, aus dem „Spiel“ auszusteigen etc. Du hast die Gedanken zwar nicht ausformuliert, für mich klingt das aber sehr idealistisch und leider auch unrealistisch. Was schlägst du vor, wie soll so eine „alternative Gesellschaftsformation“ aussehen, und vor allem wie soll sie konstruiert werden? Der Wandel in der Gesellschaft ist ein sehr langsamer Prozess, Aktionen wie diese Erklärung sind ein Anstoß. Wir können leider nicht die „rote Pille“ schlucken und uns von heute auf morgen eine neue Gesellschaft konstruieren. Trägst du etwas zu diesem Wandel bei, außer dich darüber zu echauffieren dass wir nicht radikal genug sind?

    Karin

    Dezember 31, 2008 at 16:25

  7. Wandel ist kein langsamer prozess sondern erfolgt revolutionär. Wer hier reformerisch rangeht bremst den fortschritt der Geschichte!

    horst

    Dezember 31, 2008 at 16:36

  8. Auf zur Revolution 🙂 Ich würde mich wirklich freuen, wenn du deine Gedanken mal ein bisschen konkretisieren würdest, wie in einer richtigen Diskussion: Behauptung, Begründung, Beispiel!

    Karin

    Dezember 31, 2008 at 17:38

  9. Warum ist Hippie denn eine Beschimpfung? *g*
    Welche Ressourcen sind denn bitte NICHT begrenzt? Zeit, Wasser, Energie, Boden, ….?
    Und warum ist es schlecht daraus das Beste zu machen?
    Das Problem ist im Grunde „nur“, dass die Berechnungen unsauber sind, was das Beste ist. Zu kurzfristig, zu viele Kosten werden auf die Allgemeinheit verteilt.
    Und wenn ich sage was ökonomisches Denken bedeutet weiß ich schon was ich sage… danke der Nachfrage.
    Das Problem ist nicht der Gedanke, das System ist gut, die Ausführung beschissen.

    Petra

    Januar 1, 2009 at 14:55

  10. „Das Problem ist nicht der Gedanke, das System ist gut, die Ausführung beschissen.“

    „Das Problem ist im Grunde “nur”, dass die Berechnungen unsauber sind, was das Beste ist. Zu kurzfristig, zu viele Kosten werden auf die Allgemeinheit verteilt.“

    Pah…genau diese technokratische Schönrederei erhält doch eine zutiefst ungerechte Ordnung am Leben… Man müsste nur die richtige „Rechner“ ranlassen damit alles besser wird – dabei ist doch die westliche Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche genau die Ursache und nicht die Lösung. Genau dafür kritisiere ich euch. Und sich dann noch anmaßen zu wissen was „das Beste“ ist – Positivismus juchee!!

    horst

    Januar 1, 2009 at 19:22

  11. Lieber horst, ich weiß einfach nicht wo ich dich einordnen soll. Deine Gedanken klingen ja durchaus nicht unintelligent, nur haben deine Aussagen einen polemischen Wirtshauscharakter, der eine sinnvolle Diskussion schwer macht.

    Du hast ja vollkommen recht, dass die Aneignung der Produktionsmittel/Ressourcen durch die Kapitalisten im Zuge der Industrialisierung jetzt auf der Ebene der neuen Technologien fortgesetzt wird und dass das ein Vorgang ist, der jeglicher Legitimation entbehrt, v.a. angesichts der Tatsache dass es mehr als fragwürdig ist, wie sinnvoll diese Techniken sind. Dies ist meiner Meinung nach ein politisches Problem. Die Irreversibilität und Dauerhaftigkeit der Entscheidung, Atomstrom zu produzieren oder gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden – um mal beim Thema zu bleiben – , würde einen viel höheren Grad an Zustimmung seitens der Bevölkerung erfordern, als ihn eine repräsentative Demokratie bieten kann. Die einzige Form direkt-demokratischer Partizipation ist in Deutschland eben nunmal das Bürgerbegehren auf Landesebene. Das Umweltinstitut München will nach eigenen Angaben ein „Zeichen setzen“, diese Aktion könnte aber auch ein ganz guter Test dafür sein, wie viele Bürger sich für dieses Thema engagieren und ob ein Bürgerbegehren evtl. anzustreben wäre. Auch ist die Einflussnahme von Interessenverbänden auf die Politik nicht außer Acht zu lassen.

    Mich würde wirklich interessieren, Horst, was du als „Lösung“ vorschlägst? Bzw., wie sollte eine „Revolution“ ablaufen und in welche Strukturen sollte unsere Wirtschaft sich dann betten?

    Karin

    Januar 1, 2009 at 20:59

  12. Wer kritisiert sollte eine besser Lösung oder bessere Ansätze in der Tasche haben (auch wenn das jetzt OT ist). Wie würde das Deiner Meinung nach konkret aussehen, Horst?

    Wenn man es nur ansatzweise schaffen würde, die Firmen alle „Kosten“ die sie verursachen tragen zu lassen wäre einiges nicht möglich. Atomstrom zum Beispiel wäre unbezahlbar, genauso wie fliegen. Nur weil die Allgemeinheit einen großen Teil der Kosten trägt – tragen muss – geht das so billig.

    Selbes mit genverändertem Saatgut. Müssten die Firmen alle Konsequenzen, oder auch nur ansatzweise alle Konsequenzen tragen wär das so nicht wirtschaftlich.

    Ich hab nur was gegen eine allgemeine Verteufelung des Systems.

    Petra

    Januar 1, 2009 at 22:42

  13. Eigentlich fordere ich gar nix so radikales:

    – Basisdemokratie (mit Rotationsprinzip), die alle Stakeholder einbezieht (auch nichtmenschliche— letzens beim Vegetarismus wollte ich nur eine lustige Diskusision mit blödsinnigen Argumenten von Zaun brechen, was ich auch sehr amüsant fand! – ich vertrete da doch im Grunde Bennis Meinung, und wollte nur mal die schwachsinnigen Argumente anbringen, die ich oft an den Kopf geknallt kriege; sorry for that, war aber lustig!)

    – Gesellschaftlich eingebettete Technologieentwicklung (nicht nur im „Labor“ durch Experten, Partizipative Prozesse)

    – Demokratische Kontrolle zentraler Bereiche wie Infrastruktur, Medizin, Wasser, Nahrung…

    – Vergemeinschaftung von Kapitalbesitz (Das meint nicht das kleine Haus zum Leben und die nötigen Dinge, sondern lediglich das was über ein gewisses, persönlich benötigtes Level hinausgeht)

    – Abschaffung von Besitzmöglichkeit, Handel und Spekulation von nicht-warenförmigen Gütern (Boden, Luft, Patente etc.)- stattdessen demokratische Verteilung dieser auf lokaler Basis (etwa Räte oder Genossenschaften)

    – Ein Ideologisches System, dass nicht das Individuum so stark hervorhebt, aber gleichzeitig nicht totalitär wird – das ist vermutlich das wichtigste und schwierigste dabei.

    Aber da kommen wir ganz sicher nicht mit einer Politik der kleinen Schritte hin und ich bin sehr pessimistisch, ob das international (anders geht das nicht), klappt. Dazu braucht es eine weltweite Revolution- leider laufen diese ja meist blutig ab, das genau ist das Problem das man verhindern/lösen muss.

    horst

    Januar 2, 2009 at 00:27

  14. – Basisdemokratie – bisschen diffuser Begriff, ich gehe mal von direkter Demokratie aus – in modernen Massendemokratien nicht realisierbar, zu hohe Schwelle für Konsensbildung – starkt verzögerte, wenn überhaupt stattfindende Problemlösung etc.

    – Gesellschaftlich eingebettete Technologieentwicklung – klingt gut, wie realisieren? Mangel an Expertenwissen

    – Demokratische Kontrolle/Vergemeinschaftun von Kapitalbesitz: Die Institution eines Marktes ist durchaus sinnvoll, da sich der Wert eines Gutes durch Angebot und Nachfrage selbst reguliert, zudem werden Entwicklungsprozesse aufgrund fehlender positiver Anreize stark gehemmt etc.

    Klingt alles schön idealistisch, ist aber nicht realisierbar.

    Übrigens, sehr lustig, dass du uns nur verarscht 🙂

    Karin

    Januar 2, 2009 at 13:46

  15. ALLE Stakeholder… wer hat eigentlich jemals bestimmt, dass Pflanzen nicht leiden und deswegen bedenkenlos gegessen werden dürfen?

    Direkte Demokratie ist doch schon in sehr sehr kleinen Gemeinschaften sauschwer. Viele Familien werden sich noch nicht mal einig was man im Urlaub macht.

    Nicht-warenförmige Güter wären ja in diesem Zusammenhang auch Dienstleistungen, ich denke aber mal nicht dass Du den Frisör verbieten willst sondern eher sog. Leergeschäfte, oder?

    Wie willst Du Leute an Technologieentwicklung teilhaben lassen? Ich hab mich kürzlich nur ganz ganz oberflächlich in den Bereich Silikatfarben eingearbeitet. Wenn man alle Experten verdonnter, das erst mal so lange zu erklären bis es nicht-Experten verstehen (ich bin nicht blöd, aber es hat schon gedauert; wie es WIRKLICH funktioniert weiß ich noch nicht) und die mischen dann auch noch mit, das wäre doch ein wenig verschwendetes Wissen der Experten, finde ich. Und wer würde sich ernsthaft in was einarbeiten, das ihn nicht interessiert? Und wenn es ihn interessiert – warum arbeitet er nicht in dem Bereich?

    Das große Problem einer „Vergemeinschaftung“ (nettes Wort…) ist, dass der Anreiz fehlt was neues zu machen. Dieses System ist doch schon gescheitert – wie wäre es, etwas neues zu probieren?
    Grundeinkommen beispielsweise wäre ne Möglichkeit, die aber jetzt echt zu OT wird 😄

    Petra

    Januar 2, 2009 at 14:08

  16. – in modernen Massendemokratien nicht realisierbar, zu hohe Schwelle für Konsensbildung – starkt verzögerte, wenn überhaupt stattfindende Problemlösung etc.

    EIN anderes Zeitdenken – Entschleunigung, Zeit zum Entscheiden ist hier essentiell und muss genommen werden, wo ist das Problem? Man wird auch nicht zu allem einen Konsens finden, das ist klar> Aber mit demokratischer Budgetierung etc. und vor allem auf lokaler Ebene kommt man da schon weiter. Das geht aber nur in einem KONTEXT der das ermöglicht, und nicht dann, wenn jeder gezwungen ist, Entscheidungen zu seinen eigenen Gunsten zu drücken.

    – Gesellschaftlich eingebettete Technologieentwicklung – klingt gut, wie realisieren? Mangel an Expertenwissen
    Constructive Technology Assessment. Arenen zur Beteiligung herstellen. Hierzu gibt es viele ausgearbeitete Konzepte. Radikalisieren könnte man das noch, wenn man in einer Überflussgesellschaft den Menschen noch die Möglichkeit gibt z.b. neben 20h Arbeit pro Woche zu studieren (oder andere Kulturinteressen zu verfolgen) und sich so aktiv zu beteiligen. Das Bürgergeld lege ich hierbei zu Grunde, aber nicht in der Fassung, in der es von den NeoCons wieder aufgebracht wurde.

    – Demokratische Kontrolle/Vergemeinschaftun von Kapitalbesitz: Die Institution eines Marktes ist durchaus sinnvoll, da sich der Wert eines Gutes durch Angebot und Nachfrage selbst reguliert, zudem werden Entwicklungsprozesse aufgrund fehlender positiver Anreize stark gehemmt etc.
    Warum werden Entwickliungsprozesse gehemmt? Funktioniert doch auch in der Wissenschaft hervorragend über andere Formen oder Sanktionierung. Das ist doch ein altes Ammenmärchen, das Patente zur Förderung von Innovation notwendig wären (Studien zeigen gerne auch mal das genaue Gegenteil!). Der sich selbst regelnde Markt mag bei Luxusgütern sinn machen, aber nicht bei essentiell notwendigen Gütern des Lebens. Wenn die Luxuswaren gehandelt werden, sollte jedoch der Gewinn in einer Genossenschaft vergemeinschaftet werden, anstatt nur dem „Besitzer“ zu gute zu kommen.

    Klingt alles schön idealistisch, ist aber nicht realisierbar.
    Tja, einfach ist es nicht, richtig. Aber ich kann mich auch mit dem Status quo zufriedengeben – solange ich ganz oben in der Hierarchie stehe – was wir hier defakto tun, wenn wir Zeit haben uns den Kopf darüber zu zerbrechen.

    Übrigens, sehr lustig, dass du uns nur verarscht 🙂
    – Ich nenne es argumentative Stimulation. Auch mal von der anderen Seite zu denken hilft oft weiter.

    Mit Nicht warenförmigen Gütern meine ich alles das, was entweder essentiell notwendig für das Leben ist oder eben nicht extra für einen Markt produziert wurde (Geld, Wasser, Land, Luft etc. hat ja nie jemand für den Markt produziert – daher sind das keine Waren >> DIenstleistungen kann man dennoch noch fassen, muss aber gerade den Begriff der Dienstleistung und der Arbeit nochmal gründlich überdenken!)

    WIeso ist dieses System schon gescheitert? Und wenn du dich auf den Ostblock beziehst – ja vielleicht, der hatte auch noch so einige andere Probleme, und darüber wurde viel gesagt/geschrieben. Aber unser Kapitalismus ist doch genauso gescheitert.

    horst

    Januar 2, 2009 at 16:57

  17. Es gibt bestimmt viele Theorien und Konzepte wie eine direkte Demokratie auch in einem Land mit 80 Mio Einwohnern realisierbarer wird. Letztendlich bleibe ich jedoch dabei, dass es nicht möglich ist, die Meinungen von so vielen Leuten zu einem Thema zu sammeln und auszuwerten. Und ein Plebiszit, das auf eine Ja/Nein Antwort hinausläuft, würde komplexe Sachfragen zu stark vereinfachen. Die Mobilisierung einer möglichst großen Anzahl von Menschen würde zu einer starken Emotionalisierung der Thematik führen, Interessengruppen hätten die Chance die Öffentlichkeit stark zu beeinflussen und in ihre Richtung zu lenken. Spätestens bei komplexen Sachverhalten, die eine schnelle Entscheidung brauchen, siehe Finanzkrise, funktioniert das ganze nicht mehr.
    Zu guter letzt denke ich wird es schlichtweg am Willen der Bevölkerung scheitern. Ich schätze, dass die meisten Menschen schon genug mit ihrem Privatleben und ihrer Arbeit beschäftigt sind und weder Zeit noch Lust finden, sich für das Gemeinwohl stark zu machen (mal abgesehen davon, dass „Gemeinwohl“ sehr unterschiedlich interpretiert werden kann). Es herrscht einfach ein Zeitgeist, in dem individuelle Bedürfnisse an erster Stelle stehen. Und es besteht die Gefahr, dass „Unwissende“ politische Entscheidungen negativ beeinflussen. Natürlich könnte man die Menschen für gesellschaftliche Themen sensibilisieren, aber ein Zwang zur Demokratie würde dem Verständnis von Demokratie konträr laufen.

    Ich denke, dass die Intensität der Partizipation für eine „gute“ Demokratie nicht unbedingt das entscheidende Kriterium ist. Es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten der Einflussnahme, so z. B. Demonstrationen oder die Gründung einer neuen Partei, das Engagement in NGOs etc.

    Es ist wirklich ein interessantes Thema und ich wünschte ich hätte mehr Zeit mich damit zu beschäftigen..

    Karin

    Januar 7, 2009 at 16:18

  18. So macht halt die Wirtschaft die Gesetze, ob das nicht auch eine starke Beeinflussung der Gesetzgebung durch kleine Interessensgruppen ist?

    Die Hauptaufgabe der ehrlichen Politik sollte erst mal sein, Verdummungsmedien abzuschaffen (Bild Zeitung, Privatfernsehen größtensteils (zumindest eine Qualitätssicherung vorsehen), etc.), damit der Bürger mal wirklich erfährt was vor sich geht und sich nicht nur bedüdeln lässt. Ich denke das würde dann auch zu einer größeren Beteiligung/Interesse führen.

    benniswelt

    Januar 7, 2009 at 18:44

  19. Pressefreiheit! Ein Grundrecht das gewahrt werden muss, um jeden (verblödenden) Preis! Kann kaum fassen dass so ein Vorschlag von dir kommt 🙂 Wer jeden Schwachsinn glaubt und nicht schlau genug ist auf die Idee zu kommen, Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit hin zu prüfen, der hat die Bildzeitung schon verdient.. Außerdem ist es ja leider nicht im Interesse der Politik, dass der Bürger alles weiß 🙂

    Du hast schon recht, dass Lobbyismus ein großes Problem ist und leider haben wir auch viele Politiker die sich negativ beeinflussen lassen (gibt ja auch durchaus begrüßenswerten Lobbyismus). Aber das sind Fachleute, stell dir vor wie viel mehr wir Bürger als Laien den Interessengruppen auf den Leim gehen würden.

    Karin

    Januar 7, 2009 at 19:05

  20. Vor allem stehen die Politiker auch in der Öffentlichkeit und müssen eine gewisse Glaubwürdigkeit wahren und (auch wenns nur um die Wiederwahl geht) im Interesse des Gemeinwohls handeln, während dem Ottonormalverbraucher seine Glaubwürdigkeit und schlimmstenfalls das Gemeinwohl wahrscheinlich wurscht ist.

    Karin

    Januar 7, 2009 at 19:09

  21. Das schaffen unsere Politiker echt klasse… Denen ist die Glaubwürdigkeit doch völlig egal, wenn sie danach in nem Konzern, dem sie geholfen haben im Aufsichtsrat sitzen und Beispiele dafür gibts ja wirklich zu Genüge.

    benniswelt

    Januar 7, 2009 at 19:37


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