Bennis Welt

Pirat, Physiker, Free Software Nerd

Atomausstieg?

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Das Thema geistert seit ein paar Wochen wieder durch die Medien und in Zeiten des knapper werdenden Öls wird den Bürgern ein niedrigerer Strompreis in Aussicht gestellt. Wer das trotz bereits abgeschriebenen Reaktoren glaubt, dem attestiere ich eine gehörige Portion Naivität. Von der Frage nach der Abhängigkeit von Uranliefernden Ländern (wollten wir nicht unabhängig in Energiefragen werden?), der mangelnden Sicherheit (Krebsrisiko, GAU Risiko, Störfälle allein die letzte Zeit) der Reaktoren, der „CO2 frei“ Lüge und der immer noch ungelösten Endlagerung mal abgesehen.

Das Beste was ich heute aber gelesen habe, war ein Zitat von Frau Schwan, unser designierten Bundestagspräsidenten Kandidatin der SPD:

Längere Laufzeiten würden „den Druck von uns nehmen, über Alternativen zur Kernkraft nachzudenken“

Aber ist das nicht genau der Kern des Problems, der Ausbau der regenerativen Energien geht nur schleppend voran und solange die großen Energieriesen jeden Tag pro abgeschriebenem Kernkraftwerk eine Million € verdienen, wird sich auch nichts daran ändern, im Gegenteil.

Written by benniswelt

Juli 9, 2008 um 09:35

Veröffentlicht in Main

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4 Antworten

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  1. Werden wir aber unabhängiger, wenn wir pro gebautem Windgenerator im gleichen Maße Kohlekraftwerke bauen müssen, weil auf Windkraft nun mal kein Verlass ist? Wir können uns in einem Industrieland wie Deutschland nun mal keine schwankende Stromversorgung leisten. Das dafür entsprechende Backupkapazitäten an ständig laufenden Kraftwerken vorhanden sein muss, wird wohl auch jeder einsehen.

    Mal davon abgesehen, das diese Windgeneratoren auch ein nicht zu unterschätzender Eingriff in unser Ökosystem sind. Stichwort Vogelschwärme, die von diesen teilen irritiert werden und in deren nähe nicht mehr nisten.

    Die ganzen Techniken sind meiner Meinung nach noch nicht ausgereift genug, um so Massenhaft gefördert zu werden.

    Atomreaktoren sind besonders im Störfall gefährlich, wobei diese meist bei veralteten Anlagen auftreten, die im Zuge des Atomausstiegs auch nicht mehr modernisiert werden.

    Fazit: alles ist vom Blickwinkel abhängig.

    Lucas

    Juli 9, 2008 at 20:39

  2. Greenpeace hat eine Studie beauftragt, die aufzeigt wie wir bis 2020 die Klimaschutzziele ohne Kernkraft erreichen:
    http://www.greenpeace.de/themen/klima/kampagnen/urwaldschutz_ist_klimaschutz/detail/artikel/energieszenario_klimaschutz_plan_b_fuer_deutschland/

    Denke die ausführliche Studie kann man sich mal ansehen, wenn man viel Zeit hat. Mit den Schwankungen bin ich zu wenig informiert, aber auch wenn dem so wäre, kann man diese bestimmt mit anderen Technologien abfangen, außer durch Kohlekraftwerke.

    Die vermeintliche „Kernkraftrenaissance“ hat auch Herr Trittin schlagkräftig in einem Süddeutsche Interview aufgezeigt:
    http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/520/184939/21/

    Und wie soll die Technik denn bitte gefördert werden, wenn die Energieriesen ihre Cashcows melken und dann auch noch die Bürger für dumm verkaufen wollen und die Panik der Energiepreise ausnutzen? Denke auch dass Subventionen immer der falsche Weg sind, man sollte dabei aber nicht vergessen, dass auch die Kernkraft massiv subventioniert wurde zu Beginn und die Kosten der Entsorgung und das Risiko der Bürger trägt. Wenn die Kosten fair auf die Stromerzeuger umgelegt werden würden, dann wäre die Kernkraft für jeden Stromerzeuger völlig unrentabel.

    Ich hab erst kürzlich einen Bericht im Fernsehen gesehen, denke das ist ein richtiger Ansatz:
    http://www.desertec.org/de/index.html

    Ich habe auch nie von einer Stromproduktion aus „nur“ Windkraft gesprochen, dass das nicht funktioniert leuchtet ein, aber die Versorgung der Welt ausschließlich durch regenerative Quellen ist definitv möglich, nur müssen die Weichen zeitig gestellt werden, damit wir uns nicht in der Zukunft drüber ärgern, was man nicht alles schönes mit unseren Ressourcen anstellen hätte können.

    Und klar, es gibt keine perfekte Technologie ohne Beinträchtigung eines Ökosystems, nur sollten wir uns bemühen diese soweit wie möglich zu minimieren und unseren Kindern und Enkeln die Welt so oder besser zurückzugeben, wie wir sie bekommen haben. Finde, wenn sich jeder an diesen Grundsatz halten würde, wär allen geholfen.

    Benni

    Juli 9, 2008 at 22:38

  3. Aber Wind- und Solarparks sind nicht grade minimal… Wenn man da mal entlangfährt, uäh!

    Nicht, dass ich pro AKWs wäre.

    Die Subventionierung von privaten Solarpanes war ja ne gute Idee – und so gefragt, dass sie nicht mehr finanzierbar war, wenn ich mich richtig erinnere?

    Warum pflastert man nicht eh schon hässliche Stadthäuser zu anstatt mitten auf den Feldern reihenweise Solarpanels aufzustellen? Sowas hässliches!!!

    Bedarf ist da, die Leute würden mitziehen – aber wir stecken das Geld lieber in AKWs und Entsorgung, yeppi.

    Ahso, und wegen Begriff: Cash Cows sind zum melken DA. Das ist an sich nicht verwerflich! Von irgendwas müssen ja auch Unternehmen leben. Aber normalerweise werden davon neue Produkte (questionmarks und stars) aufgebaut – das wäre in dem Fall dann wohl alternative Energie.

    petra

    Juli 10, 2008 at 13:33

  4. Also ich hab mir bei Solaranlagen und Windkrafträdern, egal wo, nie gedacht „uäh hässlich“. Und auch wenn’s mir nicht gefallen würde, wärs mir immer noch lieber nen Solarpark neben meinem Haus zu haben als ein Kohlekraftwerk, weiß nicht, solange wir genug Energie haben ist es offensichtlich nicht dekadent das Aussehen von sauberen Energieträgern zu kritisieren. Ich finde zuerst sollte man sich über die Erzeugung gedanken machen, danach kommt das Design und da werden die Materialwissenschaftler bestimmt schicke Möglichkeiten finden, die kleinen Kraftwerke schön in die Häuser zu integrieren. Und im Vergleich bei der Schadstoffemission oder Müllproduktion sind regenrative Energiequellen eben doch viel minimaler als alle anderen.

    Ich bin übrigens auch dafür, dass bei neuen Häusern Photovoltaikanlagen und Warmwasser auf die Dächer gehören.

    Sicher, wenn man den Kapitalismus als Grundlage nimmt ist es nicht verwerflich, aber die Auswüchse sehen wir ja, oder meinst du wirklich, dass die großen Riesen jetzt schon das komplette Geld in die Forschung stecken, sicher ein gewisser Teil fließt schon dahin, weil sie ja auch ihre Zukunft sichern müssen, aber das Tempo könnte sicherlich gesteigert werden, nur der Anreiz fehlt. Und die „armen“ Unternehmen von denen wir hier reden, leben sowieso nicht schlecht, ich denke da nur an Exxon ^^

    Benni

    Juli 10, 2008 at 14:06


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