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Global Marshall Plan

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Gestern Abend war ich mit Anna bei einer Veranstaltung im Zeughaus in Augsburg. Dort fand eine Podiumsdiskussion zum Global Marshall Plan statt. Anwesend waren der Koordinator der Initiative Frithjof Finkbeiner, der SPD-Stadtrat Dr. Kiefer, der ehem. Geschäftsführer der Spechtenhausener Pumpen GmbH Reinhold Metzner und Bruno Marcon von Attac Augsburg. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Fachforum Eine Welt der Lokalen Agenda 21 Augsburg.

Mit ein paar Vorkenntnissen sind wir beide mit großen Erwartungen angekommen und haben uns auf einen interessanten Abend gefreut. Diese Erwartungen wurden leider völlig enttäuscht, der Gedanke in allen Ehren, aber Herr Finkbeiner ist nicht gerade das, was man einen redegewandten Vortragenden nennen könnte, die Powerpoint Präsentation war unübersichtlich, manche Seiten völlig überladen und auch der Inhalt aus irgendwelchen Bereichen zusammen gebastelt. Gepaart mit schwacher Leistung hat man als Zuhörer schnell das Interesse und v.a. den Glauben an das Projekt verloren.

Die weitere Diskussion verlief ebenso, die geladenen Gäste erzählten viel und irgendwie doch nichts mit Inhalt. Für mich bleibt der Plan eine völlige Utopie und wenn das das beste war, was die Initiative zu bieten hat, dann verstehe ich auch warum nichts voran geht. Unrealistische Forderungen, wie die nach einer „Weltdemokratie“ und dass, wenn die reichsten Leute nur ein Jahr auf ihren Gehalt verzichten würden, viel erreicht wäre. Dass die Demokratie noch nicht mal in Deutschland funktioniert, beweist mir zur Genüge, dass wir von einer Weltdemokratie noch Meilenweit entfernt sind.
Ein weiterer Punkt der kritisiert wurde sind Freihandelszonen und die damit verbundenen Übereinkommen, dass z.B. die Wasserversorgung in die Hand von z.B. US Großkonzernen fällt, was ja richtigereise betrachtet werden muss, aber hier kommt einfach der Korinthenkacker aus mir heraus, denn es wurde Wasser von Coca Cola getrunken, ich weiß das ist pingelig, aber wenn man überzeugt ist, dann sollte sowas nicht passieren.

Es wurden noch mehr unrealistische Pläne und Ideen präsentiert, die zwar nett klingen mögen, aber einfach nicht realisierbar sind. Auf Umweltaspekte wurde gar nicht eingegangen. Diese mussten dann durch das Publikum angesprochen werden. Und was jeder einzelne machen kann, hat mir auch gefehlt, wie die übliche völlige Verdrängung der Ernährung. Denn wenn es keinen Planeten, also keine Lebensfläche, mehr gibt oder die landwirtschaftlichen Flächen durch die Fleischproduktion völlig überlastet und ausgebeutet sind, dann funktioniert nicht nur die Wirtschaft, auf die sich der Plan stützt, nicht mehr, sondern das ganze Leben!

Was ich für mich mitgenommen habe, war eine Aussage von Bruno Marcon über die Privatisierung staatlicher Unternehmen. Er hat für mich den Schritt in meinem Gehirn vollzogen, dass wenn ein Unternehmen erst mal privatisiert ist, das Volk die Möglichkeit mit Bürger- und Volksbegehren Einfluss zu nehmen, verliert. Genau deswegen muss auch die Privatisierung der Bahn verhindert werden!

Ich möchte nicht, dass jemand diesen Beitrag als völlige Schlechtmacherei des Projekts versteht, aber die Ziele und Meilensteine müssen einfach neu evaluiert werden und vor allem anders angepackt werden. Denn dass was passieren muss ist wohl klar.

Written by benniswelt

Oktober 18, 2007 um 19:40

Veröffentlicht in Main

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