Bennis Welt

Pirat, Physiker, Free Software Nerd

Ab heute sind wir alle Verbrecher

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Wie sonst ist es zu erklären, dass das EU-Parlament die heftig umstritte Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung mit breiter Mehrheit durchgewunken hat. Was mich bei diesem Gesetzgebungsverfahren extrem erschüttert ist, dass das Gesetz vom Entwurf zur Durchsetzung nicht einmal drei Monate gebraucht hat und somit keine ernsthafte Auseinandersetzung mit möglichen Problemen stattgefunden haben kann. Auch hat man Bürgervertretungen und Provider, denen bei einem geschätzen Datenaufkommen von durchschnittlich (je nach Größe des Providers) 100000 GB pro Tag! extreme Kosten entstehen werden für die sie selbst aufkommen müssen (also im Endeffekt wir Kunden), gar nicht erst zu Wort kommen lassen.

Hier gibt es weitere Informationen dazu, ich gönn mir jetzt erst mal nen schönen Abend im Netz, noch ohne Überwachung…

heise.de: EU-Parlament beschließt massive Überwachung der Telekommunikation

heise.de: Vorratsspeicherung von TK-Daten: „Privatsphäre wird zum Luxusgut“

Written by benniswelt

Dezember 14, 2005 um 20:50

Veröffentlicht in Main

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7 Antworten

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  1. Kleine Anmerkung am Rande dazu: Früher (altes Griechenland) endete der Arm des Gesetzes vor der Haustür. Ein Vater konnte seine Kinder missbrauchen, verhungern lassen, was immer ihm so eingefallen ist. Grenzen sind eine Frage der Definition. Ich kenn persönlich jemanden, der Opfer von KiPo Ringen wurde und ganz ehrlich: wenn solche Schweine dadurch gefasst werden hat’s auch wieder ne gewisse Berechtigung. Es ist wie gesagt eine Frage der Grenze. Mich regts – irgendwie – auch auf. Es hat alles seine zwei Seiten und kommt drauf an wies am Ende dann gehandhabt wird!
    Wer will die Datenmenge denn bitte permanent kontrollieren?

    petra

    Dezember 19, 2005 at 13:04

  2. Bitte lass so Dinge wie das KiPo Totschlagargument bei Fragen der Überwachung außen vor. Solche Leute werden immer wieder Wege finden ihre Daten zu verbreiten, dann hald über ausländische Server etc.

    Benni

    Dezember 19, 2005 at 14:35

  3. Ich bin sogar der Meinung, dass solche Gesetze dem Problem nicht zuträglich sind und die kriminellen Handlungen noch weiter in den Untergrund schieben und es somit noch viel schwieriger wird Fälle aufzuklären.

    Benni

    Dezember 20, 2005 at 07:28

  4. Hm, was heißt Totschlagargument… es relativiert sich halt wenn man Betroffene kennt, sieht wies denen geht und dann die Täter nicht mal hinter Gittern sitzen sondern weiter angesehene Mitglieder der Gesellschaft sind weil man nix nachweisen kann😐
    Und wg Untergrund: das ist die gleiche Frage wie die, ob man r-extreme Parteien verbieten soll. Schwer zu sagen, aber ich denk man muß zeigen und vorleben, daß das nicht akzeptiert ist. Wenn dann mehr Leute das auch so sehen und Augen und Ohren offen halten (wegen mir auch, weil sie Ärger bekommen wenn sie auf solche Seiten gelangen und sie nicht anzeigen) dann wär das auch irgendwie wieder hilfreich.

    petra

    Dezember 20, 2005 at 17:51

  5. ich denke wir reden aneinander vorbei, ich will gar nicht bstreiten, dass Sexualstarftäter idR viel zu mild davon kommen und was die Opfer fürn Leben haben stelle ich auch nicht zur Debatte. Aber das KiPo Argument kann man hald bei allen so Sachen bringen ohne, dass der andere sich großartig rausreden kann. Hier geht es aber nicht um Kinderpornos, oder andere Straftaten die man gerne aufklären würde, sondern um die totale Überwachung um Terrorismus zu verhindern., Zumindest wird das Gesetz dem Bürger so verkauft. Und genau das ist es was mir nicht passt, ich will meine Privatsphäre nicht aufgeben, nur weil unsere Politiker meinen dadurch irgendetwas besser aufklären zu können. Die Menge der Daten macht das aber nahezu unmöglich. Deswegen ist die Richtlinie völlig daneben.

    Benni

    Dezember 20, 2005 at 18:05

  6. Ich rede nicht davon, daß sie zu mild davonkommen, sondern davon, daß sie erst gar nicht gefasst werden – nicht genug Beweise etc blabla.

    Was heißt denn totale Überwachung, das ist doch Quatsch. Ich leb doch nicht im Internet…

    Wie Du sagst… die Menge der Daten – macht es mE auch unmöglich alle irgendwie einzusehen. Die sind doch wohl eher dafür da – wie jetzt bei Handys ja auch, nur halt kürzer – daß man es bei begangenen Straftaten mit richterlichem Beschluss nachvollziehen kann.
    Das Terrorismusargument ist Müll, schon klar. Aber „alle Verbrecher“ sind wir deswegen noch lange nicht und wenn Du Dir um „big brother“ Sorgen machst: wart mal bis die Chips Deiner Einkäufe funken was Du so alles futterst… Nee, im Ernst, dann musst Deine Kreditkarten wegsperren oder besser noch zerschneiden, nie wieder bargeldlos zahlen. Am besten weg von der Bank. Kein Telefon benutzen! Keine Rabattkarten… Amazon natürlich auch nicht:/ Also das ist inzwischen doch schon endlos. Oh, und verschick keine zweideutigen sms die werden auch gespeichert

    petra

    Dezember 20, 2005 at 18:25

  7. Also ich habe da schon Probleme damit, dass man theorwetisch nachvollziehen kann wann ich wo mit wem telefoniert habe, wo ich hingegangen bin, wie lange ich wo war, welche Seiten ich angeschaut habe etc.

    Benni

    Dezember 21, 2005 at 19:18


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