Bennis Welt

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Archive for April 6th, 2005

Pro-Patent Artikel auf linuxinsider.com

with 13 comments

Irgendwie passt das nicht zusammen fragt ihr euch ? Richtig, es ist auch bloß ein Kommentar, aber dennoch frage ich mich, was das soll.

http://www.linuxinsider.com/story/A-Long-Term-View-…

Gleich zu Beginn wird man mit einem

Why pay more for Linux than Microsoft® Windows®?
Through a variety of tests and comparisons, major third-party research and analysis firms found Windows to be less expensive than Linux in the long run. Read all the studies and see for yourself. Click here to get the facts.

begrüßt. Hallo ? Man kann die Werbung auf einer Linux Seite auch sorgfältiger auswählen…

Zum Artikel selbst. Das übliche Pro Patent Geblubber, wie man es von einem Anwalt (Attorney Michael Q. Lee is a director in the Electronics Group at Stern Kessler Goldstein Fox) erwarten kann. Ich will mir hier ausgewählte Passagen näher anschauen:

While the ultimate outcome of this issue is unclear, there is no doubt that the advantages of software patents far outweigh their perceived disadvantages.

Damit ist er nicht der erste Anwalt der sowas behauptet.

[…]On balance, the advantages of software patents far outweigh the disadvantages advocated by their critics.

Ist es normal, dass man sich nach jedem Absatz wiederholt ?

Patents promote innovation. Patents give software companies more incentive to invest in R&D because they allow those companies to protect their inventions.

Wie muss man sich das nun bei einer kleinen Firma vorstellen, die gerade eine riesen Erfindung gemacht hat und sich damit den Durchbruch ihres Lebes erhofft. Geld ist keins mehr da, es ist alles von den Forschungskosten aufgefressen. Eine Rechtsabteilung hat man auch nicht. Wenn auch nur ein klitze kleiner Baustein dieser Erfindung durch irgendein Trivialopatent der großen Multinationalen Konzerne geschützt ist, nützt es der kleinen Firma nichts, dass Softwarepatente erlaubt sind. Im Gegenteil, der Großkonzern wird bestimmt einen Konkurrenten auf dem Markt dulden anstelle ihn mit dem Trivialpatent vom Markt zu wischen, bestimmt. Anwälte sind ganz schön naiv…

Ein passender Artikel dazu:
http://www.2centsofwisdom.de/soc0020.html

Critics argue that software is adequately protected by copyright. This is not correct. Copyright protects expression, not functionality. Copyright would protect a company’s code, but not the code’s underlying functionality. Since functions can be coded a variety of different ways, copyright provides little protection of software inventions. Patents are necessary to protect the functions contained in software.

Gegenfrage, warum sollte man, wenn jemand einen Zahlervergleichsrechner schreibt, das ISTGLEICH und das ISTUNGLEICH nicht durch andere Codezeilen schreiben dürfen. So ein Schwachsinn. Es geht hier nunmal um Trivialpatente die schon längst illegalerweise vom Europäischen Patentamt zugelassen wurden und weiter zugelassen werden, da ein Patentanwalt eben eine „pro bearbeitetem patent“ vergütung bekommt, und das zulassen nunmal schneller geht, als das abweisen.

In the United States, the Patent Office has addressed the execution issue by hiring more examiners, investing in better prior art search tools and resources, and tightening examination procedures. The fact that pending U.S. applications publish after 18 months (as in the rest of the world) also helps since it adds to the repository of prior art.

Wieso werden dann immer noch unterschiedlich lange Mausklicks etc. patentiert. Oder das Amazon one click Patent etc ? Mit Beispielen hats der gute Mann nicht.

Critics argue that software patents favor large companies over small. This is not correct. There is no doubt that some large software companies have extensive patent portfolios. However, large companies enjoy many competitive advantages. It’s hard to say how much of their success is due to patents.

Es geht hier nicht um den Erfolg der großen, sondern um die Anfänge oder Existenz kleiner Unternehmen, die sich keine Patentportfolios oder Rechtsabteilungen leisten können. Und wenn sies doch tun würden, dann würden hald die Produkte teurer werden. Genau diese logische Schlussfolgerung legt auch die Studie der FH Gelsenkirchen nahe!

A small company has few competitive advantages. Paradoxically, what advantages it has are often tied to its small size and short history. Not burdened by the heavy inertial often associated with large companies, a small company can often out innovate its larger competitors. But how can a small company prevent its competitors from pilfering its software innovations, once they hit the market?

Siehe oben, mit Softwarepatenten nämlich genausowenig.

Prohibiting software patents means that companies cannot protect their inventions, and thus effectively forces everyone to open-source their software.

Das muss er mir erklären. Also ist jede Software die in Europa bisher vertrieben wird open source. Wo er sich das Argument rausgezogen hat will ich gar nicht wissen…

The opposition to software patents is short-sighted. True, allowing software to be patented will restrict use of the patented software. But that restriction is only about 20 years, a relatively short period in the scheme of things.

Anstatt dauernd blöd rumzumeckern könnte er auch endlich mal handfeste Argumente vorbringen. Und 20 Jahre sind ja ne verdammt kurze Zeit auf dem Software Markt, wenn man bedenkt, dass es das Internet ca. 10 Jahre erst gibt. Man reiche dem Herren bitte eine Brille!

Written by benniswelt

April 6, 2005 at 16:56

Veröffentlicht in Main